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Mangelernährung kostet 13 Milliarden Euro

Alle Welt spricht von Problemen mit Übergewicht. Die gesamte Medienlandschaft von Printprodukt bis Fernsehformat ist seit Jahren voll von Tipps zum Abnehmen, präventiven Maßnahmen für Kinder und teilweise Geißelungen von bestimmten Lebensmittelgruppen. Und doch gibt es in der Wohlstandsgesellschaft ein paralleles und völlig gegenteiliges Problem: Mangelernährung. Ein schwerwiegendes Risiko, das insbesondere ältere Menschen betrifft. Den aktuellen Stand der Dinge diskutierte die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) Ende Februar in Berlin. Nach Dr. Matthias Pirlich, Oberarzt der Charité - Universitätsmedizin Berlin, gehen schwere und chronische Erkrankungen häufig mit einem schlechten Ernährungszustand einher. Mangelernährte Patienten in Langzeitpflege haben zudem ein erhöhtes Risiko für infektiöse Erkrankungen oder Stürze und Frakturen, die wiederum die Sterblichkeit erhöhen. Studien haben gezeigt, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen Verschlechterung des Ernährungszustandes und funktionellen Defiziten, z. B. weniger Kraft in den Händen oder schlechtere Fähigkeit zur selbstständigen Versorgung gibt. "Alte Menschen benötigen eine ausreichend hohe Nährstoffdichte, weil häufig nur noch kleine Portionen gegessen werden können", so Pirlich. Sein Vorschlag: Mehr Energie durch Sahne, Butter oder Öle oder auch ein höherer Einweißanteil durch hochwertige Proteinpulver in Süßspeisen oder Soßen. Wenn die natürliche Kost nicht mehr ausreiche, könnten mögliche Defizite durch Energie- und proteinreiche Trinknahrung ausgeglichen werden. (aid) Redaktion gv-praxis Mangelernährung, Ernährungsmedizin


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