Kaffeekongress

Marktpotenziale im Blick

Der 2. deutsche Kaffeekongress hat in dieser Woche in Wiesbaden stattgefunden. Ein wesentliches Ergebnis der beiden Tage: Branchenexperten des Kaffeesektors sehen weiterhin steigendes Potenzial sowohl im Außer-Haus-Markt als auch im Handel. Inhalte und Statements aus vier Präsentationen.
Den Startschuss für die Bedeutung von Kaffee für das Quickservice-Segment übernahm Gretel Weiß, Chefredakteurin food-service/FoodService Europe & Middle East: „Auf unserer morgendlichen Rennstrecke vom Bett übers Bad ins Büro rücken Kaffee und Co. immer häufiger in den Außer-Haus-Bereich. Kaffeebars reflektieren die veränderte Trink- und Genusskultur nachwachsender Generationen besser als jeder andere Betriebstyp.“

Jeffrey Young, Managing Director Allegra Strategies, erklärte den rund 170 Kongress-Teilnehmern, dass sich der deutsche Kaffeebar-Markt noch in der ’Second Wave’ befindet („still growth and boom“). Doch der Schritt in die ’Third Wave’ sei bereits in Hamburg und Berlin ersichtlich. Immer mehr handwerklich geprägte Kaffeebars (’artisanal’) eröffnen. Young prognostiziert weiteres Wachstum sowohl bei den Kaffeebar-Ketten als auch bei den kleinen unabhängigen Cafés. Die Mitte werde nahezu verschwinden.

Stichwort Konsolidierung: Jene Herausforderungen, die eine Fusion von zwei Kaffeebar-Marken mit sich bringt, stellte Christian Schwake vor. Er ist Geschäftsführer der Balzac Coffee Company. Die neue unternehmerische Lösung ging im Juli 2011 aus dem Zusammenschluss von Balzac Coffee und World Coffee hervor. Jetzt heißt es Synergien nutzen, Mitarbeiter motivieren und organisches Wachstum fördern. Das Rebranding der World Coffee-Filialen stehe dabei nicht an oberster Stelle. Zunächst werde man im Hintergrund die beiden Systeme vereinen.

Michael Specht, General Manager von Starbucks Deutschland stellte dem Plenum einige Vorhaben des Weltmarktführers in diversen Ländern vor. Aktuell betreibt das Unternehmen hierzulande 155 Units. Nach den Jahren der Konsolidierung, zeigt sich die Marke wieder expansiv – den ehrgeizigen Plan des Starbucks-Gründers Howard Schultz im Blick: bis zu 300 neue Coffee Houses in den kommenden 5 Jahren. 2012 stehen 20 Neueröffnungen auf der Agenda, darunter auch der erste Freestander mit Drive-Trough-Schalter (nahe Essen). Darüber hinaus will Starbucks seine Produkte-Range für den LEH ausbauen. Im Gespräch ist die Listung von Kaffeebohnen.

Der Kaffeekongress wurde von The Conference Group bereits zum zweiten Mal in Wiesbaden veranstaltet. Insgesamt waren an den beiden Tagen knapp 30 Referenten aus dem Kaffeesektor auf der Bühne.

www.conferencegroup.de




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