Japan

McDonald's fit, Burger King out

Je länger in Japan die Rezession anhält, desto mehr achten die Bürger, vor allem berufstätige, auf preisgünstige Mittagsmahlzeiten. Seit 37 Monaten fällt inzwischen das Restaurant-Preisniveau Monat um Monat immer wieder aufs Neue - mit Dumping-Angeboten versuchen die Anbieter, Gäste zu generieren. Vorreiter in dieser Bewegung nach unten ist vor allem McDonald's Japan. Dem Marktführer ist es so gelungen, im stagnierenden Umfeld nicht nur den eigenen Umsatz zu steigern, sondern zugleich auch den eigenen Gewinn wenigstens zu halten. Im Kalenderjahr 2000 setzte das Unternehmen in 3.605 Restaurants 430 Mrd. Yen oder 9 % mehr um als im Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern verharrte bei 31,5 Mrd. Yen. Umgerechnet sind das 7,74 Mrd. DM Umsatz und 567 Mio. DM Gewinn. Zum Vergleich: der Branchenzweite, Mos Food Services, setzte mit 1.571 Restaurants 2 % weniger um als im Vorjahr und musste einen Gewinnrückgang um 44 % hinnehmen. McD's Preispolitik hat dieser Tage ihr erstes großes Opfer gekostet: Japan Tobacco, zeitweilig Lizenznehmer von 38 Burger King-Restaurants, hat aufgrund anhaltender Verluste das Handtuch geworfen und jene noch 25 existierenden BK-Units an die drittgrößte Restaurantkette des Landes, Lotteria (knapp 700 Betriebe), verkauft. Die Präsenz von Burger King reduzierte sich damit auf jene 7 Lokale, die von der Eisenbahn-Gruppe Seibu Raiways geführt werden. Die stärksten Preiskämpfe finden in der Klasse bis 300 Yen/umgerechnet 5,50 DM pro Mahlzeit statt. Alle großen Ketten haben ihre Preise so korrigiert, dass wenigstens eine kleine Anzahl von Offerten weniger als 300 Yen kostet. Dies gilt für Hamburger-Restaurants ebenso wie für traditionelle Konzepte. Nebenbei, Branchenführer McDonald's betreibt eine Politik der gespaltenen Preise. Von Montag bis Freitag kosten alle Gerichte seit gut einem Jahr nur die Hälfte. Am Wochenende dann gilt der volle Preis.



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