Frankreich

Misstände in Krankenhäusern

Frankreichs Regierung hat die Alarmglocke gezogen und einen landesweiten Plan zum Thema Ernährung und Gesundheit (Nutrition et Santé) aufgelegt. Im Zuge dieser Kampagne für gesundes Essen, wurden auch die Krankenhäuser und Kliniken unter die Lupe genommen. Fazit: Rund 40 Prozent der Kranken in öffentlichen Krankenhäusern leiden an Unterernährung. Besonders betroffen sind Krebskranke, Schwangere, Kinder und alte Leute. Wie die Studie einer Fachkommission verdeutlicht, ist die Unterernährung direkt durch den Krankenhausaufenthalt bedingt und betrifft Patienten, die vor ihrer Einweisung ein normales Gewicht hatten. Weiterhin macht die Untersuchung deutlich, dass nur 22 Prozent der öffentlichen Krankenhäuser ihre Patienten bei der Aufnahme wiegen und nur 15 Prozent sie bei der Entlassung erneut wiegen; jedes zweite Etablissement musste sogar eingestehen, überhaupt keine Waage zu führen. Bedingt durch die Zwänge des Schichtdienstes lassen 38 Prozent der untersuchten Häuser ihre Patienten ausserdem vom frühen Abend bis zum Morgen über 12 Stunden lang hungern. Jetzt will man Abhilfe schaffen, indem die richtige und ausreichende Ernährung in den Heilungsprozess integriert werden soll, und auch die Ärzte mit Ernährungsfragen konfrontiert werden. Das Gesundheitsministerium will daher in den kommenden Wochen einen Erlass veröffentlichen, der die Schaffung sogenannter CLAN (Comité de Liaison Alimentation Nuitrition) vorsieht, also Krankenhaus interner Instanzen, in denen Ärtze und Diätspezialisten mit den Köchen, den Caterern und der Direktion gemeinsam über die Ernährung im Krankenhaus debattieren. Der CLAN soll letzlich darüber entscheiden, was in welcher Station serviert wird und dafür sorgen, dass auch kontrolliert wird, was und wieviel der Patient wirklich von seinem Essen verzehrt, um eventuellen Karenzen rechtzeitig vorzubeugen. has

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