Bio für Kinder

Münchner Tollwood-Projekt ausgezeichnet

Im Rahmen der 9. Jahrestagung des Netzwerks Kindergesundheit und Umwelt wurde das Münchner Pilot-Projekt „Bio für Kinder" Ende September in Bonn mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Bio für Kinder ist eine Gemeinschaftsinitiative von Tollwood und dem Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München.
Eine 16-köpfige Expertenjury hatte dafür 61 „Best Practice"-Projekte von Nichtregierungsorganisationen (NGO) genau unter die Lupe genommen. „Bio für Kinder" überzeugte in der Kategorie „Biologische Wirkstoffe". Damit zeichnete die Jury die Gemeinschaftsinitiative aus für die Verbesserung der Nahrungsqualität von Kindern und Jugendlichen, für den Beitrag zur Erhaltung einer gesunden Lebensgrundlage für kommende Generationen sowie für die Ausbildung eines gesunden Ernährungsbewusstseins. Das Projekt „Bio für Kinder" soll deshalb zusammen mit den anderen Preisträger-Projekten als „Good Practice"-Beispiel bei der WHO-Konferenz im März 2010 in Italien vorgestellt werden.

„Bio für Kinder" startete im Mai 2006. Ziel des Projektes ist es, Münchens Nachwuchs in Kindergärten und Schulen mit 100 Prozent Bio-Kost zu versorgen. Die „Anschubfinanzierung" für die Umstellung übernehmen aktuell 30 Münchner Unternehmen, die die Einrichtungen als Paten mit einer Gesamtfördersumme von über 450.000 Euro unterstützen. Damit können derzeit 27 Einrichtungen, in denen über 2.000 Kinder und Jugendliche betreut werden, auf Bio umstellen. Nicht nur in München kommt das Projekt gut an: Städte wie Nürnberg, Berlin und Bremen bekundeten bereits Interesse an dem mehrfach prämierten Konzept. „Bio für Kinder" erhielt 2007 den Healthy-Cities-Award „Grüner Apfel" der Weltgesundheitsorganisation sowie den Umweltpreis der Stadt München und zuletzt im September 2008 den „Frankfurter Preis der deutschen Gemeinschaftsverpflegung" des Deutschen Fachverlages.

Die 9. Jahrestagung des Netzwerks Kindergesundheit und Umwelt in Bonn bildet den Abschlussworkshop für das Projekt „Beiträge von NGOs (Nichtregierungsorganisationen) zur Umsetzung des Aktionsplanes zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit der Kinder in der Europäischen Region (CEHAPE)." Teil des Projektes ist es, „Good Practice"-Beispiele im Bereich Kind/Umwelt- und Gesundheit zusammenzustellen, um damit politischen Forderungen nach einer Verbesserung der umweltbedingten Gesundheitsvorsorge von Kindern Nachdruck zu verleihen. Aus den 61 Projekten zeichnete das Netzwerk 16 Projekte in insgesamt acht Kategorien aus (u.a. Lärm, Wasser, Bewegung).

Das Netzwerk Kindergesundheit und Umwelt e.V. wurde 2001 mit dem Ziel gegründet, schädliche Umwelteinflüsse auf Kinder auf einer politischen Ebene deutlich zu machen. Eines der ersten Projekte war die Verabschiedung der „Kinderagenda 2001", es folgte die Entwicklung umweltmedizinischer Leitlinien für Kinderärzte.

www.netzwerk-kindergesundheit.de

www.bio-fuer-kinder.de


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