EHEC

NRW-Verbraucherschutzministerium veranlasst umfangreichen Maßnahmenkatalog

Das NRW-Verbraucherschutzministerium hat Ende letzter Woche einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erlassen, um die EHEC-Erkrankungen einzudämmen und die Ursachenforschung voranzutreiben. „Unser Ziel muss es sein, alle möglichen und denkbaren Quellen zu finden und zu schließen“, sagte Minister Johannes Remmel.
Die Maßnahmen im Einzelnen:

1. Erlass: Wegen der bestätigten Belastung von spanischen Gurken mit EHEC-Keimen hat das NRW-Verbraucherministerium per Erlass angeordnet, dass nur noch solche spanischen Gurken verkauft, vertrieben und weiterverarbeitet werden dürfen, wenn durch ein Testat zweifelsfrei nachgewiesen ist, dass sie frei von einer Belastung mit EHEC sind. Bei den in Frage kommenden Betrieben handelt es sich nicht nur um Importeure, Groß- und Einzelhändler, sondern auch um Gaststätten, Imbisse und Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung und gegebenenfalls weitere Betriebe. Die Lebensmittelüberwachungsämter der Kommunen wurden angewiesen, diesen Erlass schnellstmöglich umzusetzen. Der Erlass ist ab sofort einzuhalten.

2. Empfehlung: Da es bisher keine Sicherheit gibt, ob nicht neben spanischen Gurken noch weitere Gemüsearten betroffen und kontaminiert sind, wird den Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung (Kantinen), den Gaststätten und Imbissen zudem dringend empfohlen, grundsätzlich auf ein Angebot an Rohkost zu verzichten, solange ihr Vorlieferant nicht bestätigen kann, dass die Ware keine EHEC-Belastung aufweist - oder die Ursache des aktuellen Erkrankungsgeschehens eindeutig geklärt ist. Diese Empfehlung gilt auch für alle anderen Verbraucher und Verbraucherinnen.

3. Präventive Kontrolle: Um sicher gehen zu können, dass von den nordrhein-westfälischen Großmärkten keine belastete Ware vertrieben wird, werden alle Großmärkte kontrolliert und Proben zur Untersuchung auf EHEC entnommen. Die Probenahmen werden sich auf Gurken, Blattsalate und Tomaten konzentrieren.

4. Koordinierung: Beim Landesumweltamt (Lanuv) wurde ein Krisenstab, das Landeskontrollzentrum Lebens- und Futtermittelsicherheit (LaKoLF), aktiviert, der alle relevanten Informationen sammelt, auswertet und den engen Kontakt mit den Kommunen hält.

Als Teil der Ursachenforschung bereitet das Ministerium darüber hinaus unter anderem eine landesweite Untersuchung von Gemüse-Anbietern vor, die Bewässerungen ihrer Felder aus Oberflächengewässer vornehmen.

Auf der Website des Ministeriums finden sich ausführliche Hinweise des Bundesinstituts für Risikobewertung zum Schutz vor Infektionen mit EHEC. Die Zahl der nachgewiesenen oder vermutlich durch den Erreger ausgelösten Erkrankungen in Deutschland ist seit dem Wochenende weiter gestiegen und liegt inzwischen bei etwa 1.400, die Zahl der an den Folgen der Infektion verstorbenen Menschen hat sich auf 15 erhöht.

www.umwelt.nrw.de

www.bfr.bund.de




stats