cha chà

Neuanfang durch grundlegende Umstrukturierung


Der neuer Eigentümer der Asia-Kette heißt Malleus Capital. Hinter der Beteiligungsgesellschaft stehen der Hamburger Unternehmer Martin Hammer und seine Frau Martina. Damit ist die im Sommer 2010 eingeleitete cha chà-Insolvenz Geschichte, ebenso die Ära der Konzeptväter Werner Köpper und Edmund Marcinowski. Die Brüder waren Hauptgesellschafter der vormaligen cha chà-Mutter Life Food Systems AG.

Martin Hammer, CEO von K&H Business Partner, ist Sanierungs- und Restrukturierungsprofi von ins Trudeln geratenen Unternehmen quer durch alle Branchen. Im Fall von cha chà agiert er jedoch nicht als Profi-Berater, sondern ist zusammen mit seiner Frau unternehmerisch eingestiegen, um die Asia-Formel neu aufzustellen. „Wir haben uns in cha chà regelrecht verliebt, finden die Marke sexy und sehen darin großes Potenzial – wir müssen es nur heben“, ist Martina Hammer, Geschäftsführerin Malleus Capital, überzeugt.

Eine 7-stellige Summe hat das Betreiberpaar investiert, um die Kette ohne Schuldenbelastung vom Insolvenzverwalter zu erwerben. Mindestens genauso viel werden die neuen Betreiber wohl schultern müssen, um cha chà zukunftsfähig zu machen. „Bei allem Respekt für die kreative Aufbauleistung von Werner Köpper und Edmund Marcinowski“, aus Hammer-Sicht der wohl gewichtigste Grund fürs Scheitern der Konzeptväter: „Zu viel Detailverliebtheit! Investiert wurde grundsätzlich auf Mercedes-S-Klasse-Niveau. Damit stand das Invest in keinem Verhältnis zum Umsatz pro Einzelbetrieb sowie den hohen Kosten für die Gesamtorganisation. Dazu kam eine viel zu dünne Eigenkapitaldecke. Also versuchte man, sich über Expansion aus der chronischen Finanzkrise zu retten. Als nur noch die Kapitalbeschaffung im Fokus stand, das Tagesgeschäft zur Nebensache geriet, war der Kollaps programmiert.“

Entsprechend arbeitet Malleus Capital mit Hochdruck und vorderster Priorität an neuen Controllingtools. Das Sparpotenzial sei immens – „allein die Kosten für die Küchenausstattung lassen sich ohne Qualitätsverlust halbieren.“ Parallel ganz oben auf der Agenda: das Fitmachen des Systems für das Wachstum via Franchising. Bis zum Jahresbeginn sollen alle fünf im Portfolio verbliebenen Betriebe satte schwarze Zahlen schreiben. 2011 peilt man, konservativ gerechnet, einen Nettoumsatz von 6 Mio. EUR an. „Fest steht auch, dass wir organisch wachsen möchten“, sagt Martin Hammer. Die Expansion soll allein aus dem Cash Flow finanziert werden. Eine Unternehmensphilosophie, die das Wachstum auf 1-2 Betriebe/Jahr begrenzt, aber auf eine solide Basis stellt. Davon unberührt bleibt die Zusammenarbeit mit der Schweizer Migros. Der größte Einzelhändler und zweitgrößte Gastronom der Alpenrepublik
betreibt derzeit drei cha chà-Betriebe, will in den nächsten Jahren massiv expandieren.

Interessante Win-Win-Situation: „Migros ist für uns nicht nur ein erfolgreicher Partner, sondern auch Inspirationsquelle für beispielhafte Marketingideen. Wie erste Testaktionen zeigen, ein vielsprechendes Feld, das in den deutschen cha chà-Betrieben bislang kaum beackert wurde“, so Dr. Michael Meister, Generalbevollmächtiger der Geschäftsführung bei Malleus. Vor allem das Mitnahmegeschäft gilt es zu stärken. So werde die neue, filialübergreifende Karte ab 1. November 6-8 Gerichte ausweisen, die take-away-fähig sind, ohne an Qualität zu verlieren.

cha chà, neben MoschMosch, Coa und Kaimug eine der vier jungen, multiplizierten Fast-Casual-Formeln mit Asia-Angebot in Deutschland, wurde im November 2004 in der Hamburger-Hof-Passage geboren. Betrieb Nr. 2 startete mit Eröffnung der Europa Passage (10/06), ebenfalls in Hamburg. In den beiden darauffolgenden Jahren kamen die Outlets im Essener ECE-Center Limbecker Platz und in Düsseldorf dazu. Das Flagship in Berlin ging im Februar 2010 ans Netz. Als einzige Unit nicht übernommen hat Malleus Capital das Ende 2008 eröffnete, hochdefizitäre Outlet im Frankfurter WestendCaree, das bereits im Sommer geschlossen wurde.

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