UNIPAS

Neuer Vorsitzender Ronald Graetz bezieht in Sachen Preisgestaltung Position

Neuer 1. Vorsitzender von UNIPAS ist Ronald Graetz, Pächter der Serways Raststätte Brohltal West. Er löst in dieser Funktion Dr. Willy Habermeyer ab, der wie berichtet im April für seine Raststätte Holledau Insolvenz anmelden musste. Graetz, als Gründungsmitglied von UNIPAS bis 2005 im Vorstand aktiv, wurde bei einer Pächterversammlung vor rd. zwei Wochen mit überwältigender Mehrheit an die Spitze des Verbandes gewählt. Der sah sich pünktlich zum Urlaubsbeginn mit einer Studie konfrontiert, wonach die Mehrheit der Deutschen das Preisniveau an der Autobahn als zu hoch empfindet.
Ende Juni legte das Kölner Meinungsforschungsinstitut Yougov die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der dpa zur Verbraucherzufriedenheit mit deutschen Raststätten vor. Demnach halten drei von vier Bundesbürgern die Preise der Rastanlagen für nicht angemessen. Anstoß nehmen die mehr als 1.000 Befragten besonders an den Toilettengebühren: 70 Cent für die Benutzung der sanitären Anlagen halten 80 % für zu viel. Die gute Nachricht: Trotzdem ist mehr als die Hälfte der Befragten (52 %) mit der Qualität der Raststätten insgesamt zufrieden. Und nur jeder Vierte sucht regelmäßig alternative Pausenplätze abseits der Autobahnen auf. Gelegentlich tun dies immerhin fast zwei Drittel (62 %) der Befragten.

Graetz: „Fakt ist, das Thema Qualität und Preisgestaltung an deutschen Raststätten taucht mit schöner Regelmäßigkeit zu Beginn der Urlaubssaison in den Medien auf. Nicht nachvollziehen können wir die aktuelle Kritik an den Toilettengebühren: 70 Cent, davon 50 Cent als Warengutschein, sind angesichts der herausragenden Hygienequalität der Sanifair-Anlagen absolut angemessen. Hier sind wir selbstbewusst: Schließlich haben wir die saubersten Toilettenanlagen Europas!“

Der UNIPAS-Vorsitzende zum kritischen Tenor der Studie generell: „Wir haben marktgerechte Preise, die sich mit denen in Cafés oder Restaurants vergleichen lassen.“ Gleichwohl gelte es Preisoptik und Preiswahrnehmung einer gründlichen Überprüfung zu unterziehen, unter Umständen in Gestalt einer eigenen Verbraucherbefragung. „Darüber müssen wir intensiv nachdenken. Ziel sind intelligente, überzeugende Preis- und Kommunikationsstrategien.“

Den Bogen weiter gespannt, geht es Graetz um die Weiterentwicklung des Systems insgesamt: „Wir sehen die Notwendigkeit der Anpassung an die manifesten Veränderungen im Verbraucherverhalten. Auch der mobile Konsument hat sich vom klassischen Hauptmahlzeitenschema längst gelöst. Dem neuen Essverhalten und den damit einhergehenden Gästeerwartungen wollen und müssen wir angebotstechnisch wie konzeptionell Rechnung tragen.“ Verbandsintern sei man mitten im Aufarbeitungsprozess, so Graetz am Rande einer Klausurtagung des Verbandes in Bayern. „Im Dialog mit Tank & Rast streben wir eine verbesserte Marktpositionierung an.“

Als gemeinsamer Verband der Pächter von Autobahn-Service-Betrieben bündelt UNIPAS seit rd. 10 Jahren die Interessen von Autobahntankstellen- und Raststättenbetreibern, ihm gehören fast alle an deutschen Autobahnen tätigen Pächter der Tank & Rast mit ca. 12.000 Mitarbeitern an. Im Zuge der jüngsten Neuordnung der Verbandsspitze wurde das Vorstandsgremium von sieben auf vier Mitglieder verkleinert – dazu erforderliche Satzungsänderung inklusive. Die aktuelle Besetzung neben dem 1. Vorsitzenden: Stephan Niggemann, Holger Dötsch und Michael Vogler.

www.unipas.de


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