Frankfurt

Neustart fürs Nizza

Nach vier Monaten Schließzeit öffnet das Frankfurter Restaurant am Main rechtzeitig zur Sommersaison am 8. Mai 2012 erneut die Türen – unter neuem Namen, neuer Führung und mit verändertem Konzept. Als MainNizza soll es zum „Wohnzimmer für alle Frankfurter“ werden.
 
Ein Ort zum Wohlfühlen soll es werden, ein Restaurant, das jeder Frankfurter kennt und zu unterschiedlichsten Anlässen empfiehlt, so das Ziel des neuen Betreibers Ulrich Mlcoch. Im bewährten Team mit Hartmut Schranz – gemeinsam führten sie lange Zeit das Frankfurter Haus in Neu-Isenburg – will er dem MainNizza ein neues Gesicht geben. Weniger „Chichi“, mehr Herzlichkeit, lautet das Grundprogramm. Die drei wesentlichen Komponenten Ambiente, Speisekarte und Service sollen dazu beitragen, dass der Imagewechsel gelingt. Dafür griffen die neuen Besitzer, die Projektentwickler Ilona und Albrecht Krebs aus Hanau, tief in die Taschen. Das Investment für die Neugestaltung beträgt nach Angaben der neuen Betreiber ca. 1 Mio €. 250.000 € flossen in die Küchen, 550.000 € in Innenausbau sowie Einrichtung und 200.000 € in Infrastruktur und Sonstiges. Die Umsatzerwartung für das erste Jahr liegt bei 3 Mio. €.
 
Bei der Einrichtung setzen Mlcoch und Schranz auf Farbe: orange, petrol und grau für die gepolsterten Stühle, rot und grau für die Wände. Alte Schwarz-weiß-Fotografien erinnern an vergangene Zeiten am Main, an Schwimmanstalt und Flanierstunden im mediterranen Flair des Nizza-Parks. Die Karte? „Deutsche Küche in Verbindung mit ausgewählten internationalen Spezialitäten“, verspricht Mlcoch. Auf einer wechselnden Empfehlungskarte werden Klassiker wie Krautwickel, Kalbsleber oder Königsberger Klopse auftauchen.
 
Beibehalten wird das MainNizza das Mittagstisch-Konzept des Vorgängers. Von Montag bis Samstag werden Mloch und Schranz verschiedene Kombinationen zwischen 8,50 und 10,50 € anbieten. Gestrichen hingegen ist der Sonntags-Brunch. Stattdessen will man am Sonntag mit einem Mittagstisch-Angebot und einer besonderen Kinderkarte Familien anziehen.
 
Eine größere Rolle soll künftig auch dem Sommergarten zukommen. „Es wird keine zwei Klassen mehr geben“, sagt Mlcoch. Die Bestuhlung des Gartens ist mit der Veranda-Einrichtung identisch, auch die Gäste unten am Main sollen Full-Service genießen. Zusätzlich zu den 100 Sitzplätzen, sollen 50 Liegestühle aufgestellt werden, die ebenfalls bedient werden.
 
„Im Grunde haben wir drei eigenständige Restaurants mit eigenen Küchen: Die Event-Location im 1. Stock, Restaurant und Veranda im Erdgeschoss und der Garten direkt am Main“, sagt Ulrich Mlcoch. Der Event-Bereich mit Blick auf den Main und Sachsenhausen wird sich zum starken Umsatzstandbein entwickeln, erwarten die Betreiber. Schon jetzt sind über 100 Buchungen eingegangen. Mehr als 250 sollen es bis Jahresende werden. In den drei Veranstaltungsräumen können bis zu 200 Gäste tagen oder feiern. Mehrfachbelegungen über den Tag hin weg sind keine Seltenheit. „Die Event-Nachfrage ist überwältigend“, sagt Schranz. 60 % sind private Veranstaltungen, der Rest sind Business-Events. Das komplette Haus wollen die beiden Gastronomen für Veranstaltungen aber nicht zur Verfügung stellen. „Damit verprellt man Stammgäste, die dann unerwartet vor verschlossenen Türen stehen“, so Mlcoch.
 
Das Duo Ulrich Mlcoch und Hartmut Schranz fand für das Projekt MainNizza erneut zusammen, nachdem beide im Anschluss an die gemeinsame Zeit im Frankfurter Haus in Neu-Isenburg getrennte Wege gingen. Mlcoch führte zwischenzeitlich das Restaurant Druckwasserwerk im Frankfurter Westhafen. Schranz betrieb unter anderem die Sachsenhäuser Warte und Hardy's Finest auf der Fressgass'.

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