Hitzefrei

Nicht für Arbeitnehmer

In diesen Tagen sommerlicher Schwüle sehnt sich so mancher Mitarbeiter aus Küche, Counter und Büro an den Badesee - oder zurück in die Kindheit, wo bei Rekordtemperaturen statt Unterricht schon mal Hitzefrei angesagt war. Kein Thema für Arbeitnehmer: Mag das Wetter auch noch so tropisch sein - wegen Hitze allein muss kein Arbeitgeber seine Mitarbeiter freistellen. Es sei denn, eine hitzebedingte Arbeitsunfähigkeit liegt vor - oder es gelten besondere Schutzgesetze, wie bei Schwangeren. Wer’s en detail nachlesen will, sei auf eine diesbezügliche Untersuchung des Arbeitsrechtlers Prof. Dr. Volker Rieble (Universität Mannheim) und seines Assistenten Dominik Jochums verwiesen; sie erschien letztes Jahr in der Zeitschrift Betriebs-Berater (Heft 36) im Verlag Recht und Wirtschaft, einer Tochtergesellschaft des Deutschen Fachverlages. Dem Beitrag zufolge muss laut der einschlägigen Verordnungen und Richtlinien zwar für eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur am Arbeitsplatz gesorgt sein. Ein konkrete maximale Temperatur wird indes nicht genannt - und überdies haben diese Regelungen keinen Rechtscharakter, sind also auch nicht 'einklagbar'. Ein rechtsgültiger Anspruch auf Freistellung wegen (zu) hoher Temperaturen besteht also nicht. Gleiches gilt für konkrete Maßnahmen wie die Installation einer Klimaanlage. Im Sinne der Verhältnismäßigkeit seien zunächst Ausgleichsmaßnahmen zu ergreifen wie z.B. Änderungen im Arbeitsablauf. Nur in Extremfällen sei es denkbar, dass ein Arbeitnehmer das Recht erlange, seine Arbeitskraft 'zurückzubehalten' - etwa wenn ein Arbeitgeber völlig untätig bleibt. Wohlgemerkt, auch dann trägt der Arbeitnehmer das Risiko, sollte es zu einem Prozess kommen. www.ruw.de

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