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Ohne Kapitalerhöhung Insolvenzanmeldung

Bei der jüngsten Gesellschafter-versammlung der holyfields Restaurant GmbH & Co. KG, Düsseldorf, sind sich die Kapitaleigner über eine Erhöhung des Grundkapitals nicht einig geworden. Unter anderem war die Josef H. Boquoi Stiftung nicht mehr bereit, mitzugehen. Und damit sah sich Geschäftsführender Gesellschafter Gerhard Schöps gezwungen, gestern beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz anzumelden.

Insolvenzverwalter der beiden Pilotbetriebe von holyfields in Frankfurt und Berlin ist die Kanzlei Görg (bekannt durch die Verfahren Karstadt und Quelle). Die Betriebe laufen unter dem Vorzeichen eines positiven Fortführungsprogrammes weiter. Schöps sucht für sein Konzept in einem der perspektivenreichsten Gastro-Märkte, nämlich Fast Casual, neue Kapitalgeber.
Hintergrund der Liquiditätskrise ist die nicht durchgesetzte Kapitalerhöhung, welche die Gesellschaft dann zahlungsunfähig werden ließ. Dazu, so Schöps, muss man wissen, dass nach wie vor 400.000 € Umsatzsteuervorauszahlung (Investition!) vom Finanzamt nicht zurückgeflossen sind und das zweite Restaurant in Berlin baustellenbedingt deutlich schwächer gestartet ist als kalkuliert. Das Lokal mit rund 1.000 qm Fläche und hohen Mietkosten entwickelt sich zwischenzeitlich sehr positiv und hat umsatztechnisch Frankfurt überholt. Beide Betriebe (Frankfurt eröffnet im Oktober 2010 und Berlin eröffnet im April 2011) liegen mit ihren Erlösen noch einiges unter Break-even.

Schöps ist hochgradig überzeugt von seinem Konzept - und insbesondere auch von seinem Standort in Berlin. Neben dem Tagesgeschäft habe er bereits diverse große Veranstaltungsanfragen fürs 4. Quartal 2011. Und zwar, ohne selbst in die Offensive gegangen zu sein. Was Unternehmen, die einen Abend komplett buchen, besonders imponiere, sei Design und Ambiente.

holyfields war und ist eines der meist diskutierten neuen Konzepte der Branche. Das Augenmerk der Fachleute richtet sich insbesondere auf den Innovations-mittelpunkt – nämlich die Touch-Screen-Terminals im Eingangsbereich, wo jeder Gast digital bestellt, will heißen: Online-Shopping im Restaurant. Die Küchentechnik reicht vom Wok bis Conveyor Belt Oven – keine Friteuse. Counter-Service und zentraler Check-out.

Schöps, in der letzten Dekade zwei Jahre Marketing-Vorstand McDonald’s Deutschland, hat die Fast Casual-Formel selbst entwickelt und ist mit ihr vom Spitzenmanager zum Unternehmer gewechselt. Das Design stammt von der international renommierten Ippolito Fleitz Gruppe in Stuttgart.

www.holyfields.de



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