Lebensmittel-Kennzeichnung

Plattform soll Klarheit schaffen

Das Internetportal lebensmittelklarheit.de ist in dieser Woche ans Netz gegangenen. Es ist Teil der Initative ’Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln’ des Bundesministeriums für Ernährung (BMELV). Verbraucher sollen ’verständlich’ über rechtliche Regelungen zur Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln informiert werden. Darüber hinaus können die Besucher des Portals Produkte nennen, von denen sie sich getäuscht fühlen.
Nach vorangeganger Prüfung durch die Verbraucherzentrale, als Betreiber der Seite, und angeforderter Stellungnahme kann die Produktmeldung online gehen. Dabei wird die Bewertung durch die Verbraucherzentrale zur Kennzeichnung und Aufmachung gestellt, und eine mögliche Reaktion des betroffenen Unternehmens. Neue Entwicklungen bzw. Produktanpassungen – beispielsweise eine Veränderung der Beschriftung oder Inhaltsstoffe – werden laut BMELV im Portal bekannt gegeben.

Das BMELV fördert die Initiative über zwei Jahre mit gut 750.000 €. Die Internetseite wird vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit Unterstützung der Verbraucherzentrale Hessen betrieben.

Während Bundesministerin Ilse Aigner das Internetportal und den Dialog als wichtigen Schritt für mehr Information und Transparenz bei Lebensmitteln sieht, fürchtet die deutsche Ernährungsindustrie, dass sich das Portal zu einem Pranger entwickeln könnte. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Jürgen Abraham erklärte: „Niemand darf durch eine öffentliche Zurschaustellung bestraft werden, wenn er sich an Recht und Gesetz hält; ob dies der Fall ist, entscheiden die Kontrollbehörden und letztlich die Gerichte.“ Den Teil des Internetportals, in dem konkrete Produkte mit Marken und Firma genannt werden, lehnt der BVE ab.

www.lebensmittelklarheit.de
www.bmelv.de
www.bve-online.de


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