Caremarkt

Politik und Pflegewirtschaft im Gespräch

Die demographische Entwicklung und das Diktat leerer Kassen sind die widersprüchlichen Signale, mit denen sich die Pflegewirtschaft im Vorfeld der Pflegereform bei der Messe Altenpflege+ProPflege 2007 konfrontiert sieht. Die Politik versucht mit finanziellen Steuerungsinstrumenten und mehr Qualitätskontrolle einen Spagat zwischen Kostendämpfung und Leistungsausweitung, so zumindest die bayerische Sozialministerin Christa Stewens bei der Diskussionsrunde vor rund 300 geladenen Gästen am Vorabend der Altenpflege+ProPflege 2007.

Bei den Experten im Gesprächskreis überwog deshalb Skepsis, ob dieser Weg gangbar ist. Einig waren sich alle, dass der Pflegemarkt weiter wachsen wird, wenn auch mit der Mahnung der Ministerin, dass … „Wachstum um des Wachstums willen die Ideologie der Krebszelle ist.“ Ethik und Monetik müssen in Übereinstimmung kommen, fordert deshalb Bernd Meurer vom Dachverband bpa, der privaten Anbieter von Pflegedienstleistungen. Eine bessere Durchlässigkeit und Flexibilität zwischen ambulanter und stationärer Pflege mit neuen Wohn– und Betreuungsangeboten gehöre die Zukunft, bewirbt Wolfgang Dietrich Wanning, Ev. Heimstiftung Stuttgart, die MIT-Pflege als Pilotprojekt des gemeinnützigen Betreibers. Investmentberater Nikolaos Tavridis sieht durchaus Bereitschaft der Kapitalgeber, in den Pflegeimmobilienmarkt zu investieren. Dafür brauche es allerdings sichere gesetzliche Rahmenbedingungen. Dem stimmt auch Barmer-Chef Johannes Vöcking zu, der allerdings von den privaten Pflegeversicherern einen Finanzausgleich zugunsten der gesetzlichen Pflegekassen einfordert. Angesichts der Ausgaben-steigerungen führt für ihn kein Weg an der Dynamisierung der Beiträge vorbei. Insgesamt wünscht die Pflegewirtschaft von der Politik für die Pflegereform das schnelle Setzen klarer, verlässlicher Leitplanken die langfristige Planungssicherheit für Investoren und Betreiber, so das Resümee der Podiumsdiskussion.

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