American Express-Studie

Preisauftrieb bei Hotels gebremst

Nach der aktuellen Ausgabe des American Express European Corporate Travel Index (ECTI) weist das zweite Quartal 2001 auf ein Ende des Auftriebs der Preise für Hotelübernachtungen in Deutschland hin. Nach der Studie, die vierteljährlich die Entwicklung der Hotelpreise in Europa unter die Lupe nimmt, müssen Reisende zwar heute tiefer in die Tasche greifen, als noch vor einem Jahr, das Übernachten in Hotels der mittleren und unteren Preiskategorie sei heute jedoch günstiger als noch vor einigen Monaten. Für die nähere Zukunft sei ebenfalls eher mit einer verhaltenen Entwicklung zu rechnen.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Preise für Hotelübernachtungen in Deutschland durchweg gestiegen: In Hotels der unteren Kategorie um 4,1 Prozent, in Mittelklassehotels um 1,4 Prozent und im höherpreisigen Segment um 9,2 Prozent. Im Quartalsvergleich zeigt sich allerdings, dass der Trend einstweilen gestoppt zu sein scheint. So sanken in Mittelklassehotels die Preise um 0,7 Prozent, in Hotels des unteren Preisbereichs sogar um drei Prozent. Lediglich bei den höheren Kategorien hat es weitere moderate Preissteigerungen (0,8 Prozent) gegeben. Die American Express-Studie führt dies auf die schwierige Wirtschaftslage zurück. In anderen westeuropäischen Ländern reagierte der Hotelmarkt weniger sensibel auf die wirtschaftliche Situation als in Deutschland. Insgesamt verlangsamte sich der Preisauftrieb in der jüngsten Vergangenheit aber ebenfalls. Im Durchschnitt lagen die Zimmerraten zwischen 1,3 und 2,3 Prozent höher als im Vorquartal. In Nordamerika war die Spanne mit Steigerungen zwischen 0,9 und 3,2 Prozent geringfügig höher.

Besonders deutlich zeigt sich der Einfluss der gebremsten Wirtschaftsentwicklung gegenwärtig in Geschäftszentren wie Brüssel, Rom oder Paris. Die Belegungsquoten sind in Folge der verstärkten Einsparbemühungen vieler Unternehmen durchschnittlich um rund zehn Prozent gefallen. Im Jahresvergleich verteuerten sich Übernachtungen in Westeuropa und den USA in Hotels der Mittelklasse (6,0 %) und im gehobenen Segment um 7,6 Prozent in Westeuropa und 2,0 Prozent in den USA. Bei den unteren Klassen steht einem Anstieg von 3,7 Prozent in Westeuropa eine Preissenkung von 2,0 Prozent in den USA gegenüber. "Die Hotelpreise sind in eine Konsolidierungsphase eingetreten", sagt Loraine O'Keefe, Manager Consulting Services bei American Express.

"Nach deutlichen Anstiegen in den vorangegangenen Quartalen ist gegenwärtig nur in den besonders stark gefragten Lagen ein moderates Wachstum zu verzeichnen." O'Keefe sieht aufgrund der abgekühlten Konjunktur Auswirkungen für die Hotels: "Die Unternehmen verändern ihre Reiserichtlinien zugunsten von Mittelklassehäusern und preisgünstigen "no Frills"-Hotels. Für Übernachtungen in Fünf-Sterne-Luxushotels entsteht ein Argumentationsnotstand, wenn Unternehmen zur gleichen Zeit Einstellungsstopps und Personalabbau verkünden."
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