gv-praxis-Umfrage

Preiserhöhung ist kein Allheilmittel

Welche Faktoren beeinflussten im vergangenen Jahr die deutsche GV-Branche? Dieser Frage ging die gv-praxis erneut in ihrer traditionellen Marktanalyse zum Jahreswechsel nach. Fazit: Trotz nachhaltigem Kostendruck und der Sorge um das deutsche Konsumverhalten ist die Stimmung vorsichtig optimistisch.

Die Branche beurteilt die allgemeine wirtschaftliche Lage momentan kritisch. Wie in den Jahren zuvor bestimmten Kostendruck in Form von sinkenden Subventionsleistungen bei steigenden Ausgaben sowie das weiterhin flaue Konsumverhalten den Arbeitsalltag vieler Kollegen. Kein Wunder, dass über 80 Prozent der Befragten klassische Kostensenkungen als ihr wichtigstes Entscheidungsfeld beurteilten. Dicht gefolgt – und das ist neu – von einer Ausweitung des Angebots. Die Angebotsoffensive als beste Taktik, um preissensible Gäste zu binden scheint also branchenweit Fuß zu fassen: Qualität, Vielfalt, Frische und jede Menge Abwechslung sind nach wie vor die wichtigsten Angebotskriterien, die trotz steigender Preise für Nachfrage sorgen sollen. Wichtige Erkenntnis 2005: Das Preis-/Leistungsverhältnis muss stimmen.



Dass die Kollegen auch im vergangenen Jahr nicht um eine Erhöhung des Abgabepreises herum kamen, beweist, dass Personal- und Warenkosten immer öfter über die Einnahmequelle ’Gast’ abgefangen werden mussten, weniger über vom Unternehmen geleistete Subventionen. Trotzdem ist hier Entspannung in Sicht. Schließlich ist es 67,3 Prozent unserer Teilnehmer gelungen, den Abgabenpreis auf einem konstanten Niveau zu halten. Ein Plus von fast 20 Prozent.

Noch beeindruckender: Die Minimierung bei der Erhöhung des Abgabenpreises. Dort sind es nur 32,7 Prozent, die 2005 eine Steigerung vornehmen mussten. Zum Vergleich hier die Werte 2004 mit stolzen 49,3 und 2003 mit 34,7 Prozent. Es scheint, als habe sich die Branche etwas vom ’Allheilmittel’ Preiserhöhung distanziert. Die Erkenntnis, dass nur ein Preis-/Leistungsverhältnis akzeptiert wird, das sich im Lot befindet, hat sich offenbar durchgesetzt. Eine weitere Strategie, die 2005 verstärkt zum Tragen kam, waren Zusatzgeschäfte parallel zum Kerngeschäft. Sie galten auch im vergangenen Jahr als echte Alternative mit Umsatzpotenzial. Sei es im Rahmen der Zwischenverpflegung oder im Veranstaltungssektor. Insgesamt zeigen sich fast 70 Prozent mit dem betriebswirtschaftlichen Verlauf der letzen zwölf Monate zufrieden. Im Vergleich zum Vorjahr ein kleines Plus von rund sechs Prozent. Werte, die hoffnungsvoll stimmen.



Mehr zur aktuellen Branchenlage finden Sie in unserer Januarausgabe 2006.
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