Leaders Club Award 2010

Preisverleihung am 29. Oktober im Neuen Rathaus zu Leipzig.

Die mittlerweile neunte Verleihung des Leaders Club Awards findet am 29.Oktober 2010 im neuen Rathaus zu Leipzig unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Burkhard Jung und unter Leitung von Leaders Club-Vorstand Michael Kuriat statt.
 
Für den Leaders Club Award 2010, der an innovative, neue Gastronomiekonzepte vergeben wird, sind sechs junge Konzepte nominiert. Die Kandidaten: aus Berlin das Cipps von Heinz Gindullis und das Dos Palillos von Alexander Schneider, die Kitchen Guerillas (Hamburg) von Koral Elci und Olaf Deharde, das La Baracca (München) von Marc Korzilius sowie aus Frankfurt (a.M.) das Seven Swans von Simon Horn und Alan Ogden. Aus der Schweiz das Konzept ROI in Zürich von Jean-Paul Saija.
 
Jedes der nominierten Konzepte wird durch ein Video und ein Kurzinterview vorgestellt. Das anwesende Fachpublikum entscheidet über die ersten drei Platzierungen, die ebenso wie die anderen Nominierten für ein Jahr kostenlos als Gast Leader in das Netzwerk eingebunden werden.
 
Seit dem Jahr 2002 vergibt der Leaders Club, die Vereinigung innovativer Gastronomen, diesen Preis. Mit dem Award werden Konzepte und ihre Macher ausgezeichnet, die sich durch Innovationskraft hervortun und noch keine zwei Jahre am Markt sind.
 
Mit bisherigen Gewinnern wie dem East in Hamburg, dem Brenner’s in München, der Schnitzelei in Berlin, Die Kuh die lacht in Frankfurt sowie dem Yooji’s Bellevue in Zürich und der Bullerei in Hamburg hat der Club bereits mehrfach sein Gespür für richtungweisende Konzepte unter Beweis gestellt.
 
Die Nominierten im Kurzporträt:
 
 
Seven Swans, Frankfurt a. M.
Das Seven Swans versteht sich als Club-Konzept und ist nur ausgewählten Mitgliedern zugänglich, diese können sich jederzeit per Chipkarte Zugang zu den Räumlichkeiten verschaffen. Auf sieben Ebenen und auf jeweils vier Metern Breite des wandlungsfähigen, schmalsten Hauses Frankfurts können die Gäste gemeinsam speisen, kochen, wohnen, arbeiten, in der Bar verweilen oder sich einfach nur dem Puls der Frankfurter Innenstadt entziehen.
 
Im Seven Swans, dessen Name durch die auch in den Wintermonaten auf dem Main verweilenden Schwäne inspiriert ist, finden bis 120 Gäste Platz. Man bewegt sich in der Vertikalen zwischen Kitchenlab, privatem Restaurant, Veranstaltungsräumen, zwei Suiten inkl. Dachterrasse mit Mainblick und einer Bar.
 
Initiator und Chefkoch Simon Horn und Alan Ogden, seinerseits Sternekoch, haben mit ihrer liebevollen Umsetzung den Zeitgeist des in internationalen Metropolen aufkommenden Trends der Member Clubs früh aufgegriffen und mit der stilvollen Gestaltung der architektonischen Ausnahmelocation unternehmerisches Gespür und Mut bewiesen.
www.sevenswans.de
 
Kitchen Guerillas, Hamburg
Als Kitchen Guerillas kapern Koral Elci und Olaf Deharde seit Oktober 2009 allabendlich fremde Restaurants, Kombüsen oder andere ungewöhnliche Locations von Flensburg bis München.
 
Was mit gelegentlichen Treffen in den eigenen Wohnzimmern bzw. Küchen in unkomplizierter, kommunikativer Atmosphäre am Esstisch mit guten Freunden begann, setzen die Autodidakten mit ihren Kochevents nun für eine wachsende Fangemeinde um. Über Social Media Kanäle erreichen sie diese und sind als ’Restaurant ohne Restaurant’ zeitlich, räumlich und finanziell flexibel.
 
Mit experimentellen, hausgemachten Rezeptkreationen der heimischen und internationalen Küche, begleitet von exzellenten Weinen und handgemachter Musik, brutzeln, blanchieren und backen sie Überraschungs-Menüs für spontane Genießer.
 
Den Kitchen Guerillas liegt es besonders am Herzen ein Bewusstsein für gutes Essen und ehrliche Produkte zu schaffen. Dies tun sie, indem sie die Menschen zeigen, die hinter dem verwendeten Produkt stehen und ihr lokales Know-how in Geschichten erlebbar machen. Zukünftig werden diese auch in ein interaktives Netzwerk mit Blog, Filmen über Produkte und Kochevents, Fotos, etc. eingebunden und die Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten ausgeweitet - um nur einige der ambitionierten Pläne zu nennen.
www.kitchenguerilla.com
 
La Baracca - Cucina Italiana, München
Mit dem im Mai 2010 eröffneten ’La Baracca-Cucina Italiana’ hat Vapiano-Erfinder Mark Korzilius zusammen mit dem toskanischen Winzer Cosimo Gericke und dem renommierten Koch Patrick Jaros (Die Aubergine) ein Gastronomiekonzept erschaffen, das italienische Lebensart mit innovativer Infrastruktur zu verbinden weiß.
 
Das Design des am Maximiliansplatz gelegenen Restaurants versteht sich als Brückenschlag zwischen Vintage und internationaler Gemütlichkeit. Das Herzstück des offen und kommunikativ wirkenden Gastraumes ist eine gläserne Antipastistation, in der italienische Spezialitäten wie luftgetrockneter Schinken und Salami präsentiert und die Antipasti vor den Gästen frisch zubereitet und angerichtet werden. An kleinen Tischen, die sich mit langen weißen Holztafeln abwechseln, finden bis zu 200 Gäste für jeden Anlass den richtigen Platz. Weiterhin lädt eine Lounge mit bequemer Sofalandschaft zum Entspannen bei einem Kaffee oder Dessert ein.
 
Ein besonderes Highlight ist die zum Gast hin offene Weinbar, an welcher 84 offene Weine in verschiedenen Mengen selbst ’gezapft’ und verkostet werden können. Zur Bestellung der Gerichte im Vorspeisenformat findet der Gast am Tisch ein in Leder gebundenes E-Menü vor, mit welchem er neben seiner Bestellung per Touchscreen auch Zusatzinformationen wie Bilder, Nährwertangaben und Ampelkennzeichnung zu den Gerichten erhält. Die Chipkarte aktiviert das E-Menü und ordnet jede Bestellung dem entsprechenden Platz zu, so kann sich der Gast frei zwischen den verschiedenen Bereichen des Restaurants bewegen.
 
Darüber hinaus können über einen Filter auch speziell Gerichte für Veganer, Vegetarier und Allergiker ausgewählt werden. Die vielseitigen Gerichte wie Pasta, Pizza, Risotto, Fisch und Fleisch vom Grill, bis hin zu Dolci, können mit beliebig vielen Gängen frei zusammengestellt werden und werden direkt am Tisch serviert. Am Ende des Abends wird mit der Chipkarte an der Checkout-Kasse bezahlt.
www.labaracca.eu
 
Dos Palillos, Berlin
Der Name des im Januar 2010 im Hotel Casa Camper eröffneten Restaurants ’Dos Palillos’ stammt aus dem Spanischen und bedeutet ’Zwei Stäbchen’. Diese bezeichnen umgangssprachlich die Essstäbchen der asiatischen Kultur und auch in den spanischen Bars sind sie ein wichtiger Bestandteil der Tapas. Die Form ist unterschiedlich, doch die Nutzung ist ähnlich. Ein Zufall, aber auch ein guter Grund, um zwei gastronomische Kulturen zu vereinen: asiatische Häppchen und spanische Tapas-Kultur.
 
Albert Raurich, der frühere Chef de Cuisine des weltberühmten El Bulli, präsentiert das Restaurant ’Dos Palillos’. Er steht jedoch der Berliner Küche nicht zur Verfügung, sondern betreibt das Stammgeschäft in Barcelona. Der Berliner Küchenchef Bernhard Munding verbrachte dort einige Wochen, um die authentischen, fernöstlichen Rezepturen kennen zu lernen.
 
Es werden zwei Degustationsmenüs serviert, deren Dramaturgie aus zehn bis fünfzehn klein bemessenen Gängen besteht. Beispielsweise gibt es einen Aperitif aus Gurkenpüree mit japanischer Yuzu oder Japanische Seeteufelleber, gedämpft, mit Sake aromatisiert, zum Teilen auf kleinen Tellerchen serviert.
 
Die in Paris ansässigen Designer Ronan und Erwan Bouroullec haben, nach dem Vorbild des Gemäldes ’Nighthawks’ von Edward Hopper, ein einzigartiges Ambiente geschaffen, in dem die Gäste zum Mittelpunkt der Küche werden. Im Gastraum, der wie ein Schaufenster verglast ist, sitzen die Gäste nebeneinander den Köchen gegenüber, mit einem barrierefreien Blick auf deren Arbeitsplätze. So wird das Gefühl vermittelt, direkt in der Küche zu speisen. Das scheint zunächst unkommunikativ, dient aber einem erweiterten Kommunikationsmodell, das den Koch und seine Speisen mit einbezieht.
 
Servicepersonal gibt es im ’Dos Palillos’ nicht, die Köche und Gäste interagieren in dem ’Tresenrestaurant’, wo bis zu 30 Personen Platz finden, direkt miteinander.
www.dospalillos.com
 
Chipps – serious eating, Berlin
Im von Heinz Gindullis im April 2010 eröffneten Restaurant ’Chipps’ in Berlin spielt Gemüse die Hauptrolle. Das kulinarische Konzept, das auf wechselnde saisonale Gerichte und regionale Produkte setzt, trägt die Handschrift von Küchenchef Stephan Hentschel, der für seine Kreativität in der vegetarischen Küche bekannt ist. Der Slogan ’serious eating’ ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen und spielt auf die scheinbar unaufhebbare Gegensätzlichkeit von Fast Food und gesunder Ernährung an.
 
Das gradlinige ’Chipp-Select’ Prinzip sieht vor, dass der Gast sich sein Gericht nach eigenem Geschmack und wahlweise als Hauptgericht oder Salat aus Einzelmodulen zusammenstellt.
 
Zur Auswahl stehen neben Basics wie Nudelblatt, Kartoffel-CHIPP und Cheddar-Knödel, viele frische Gemüse sowie Saucen und Dressings. Fisch und Fleisch (aus biologischer Erzeugung) als Beilage auf einem Extrateller anzubieten ist dabei einer der innovativen Aspekte, die das Konzept ausmachen. Eine weitere Liebhaberei gilt der Wiederentdeckung alter Gemüsesorten aus dem Berliner Umland. Als Beispiel sei hier die violette Ur-Karotte genannt. Diese Gemüsesorten werden teilweise extra für das Chipps angebaut.
 
Mit der Option ’Easy-Chipp’ sind aber auch fertig zusammengestellte Menüs auf der Mittags- und Abendkarte zu finden.
 
Auch das Designkonzept des Chipp, dessen Mittelpunkt eine offene Show-Küche bildet, zeichnet sich durch seine Klarheit aus. Die hellen Räumlichkeiten, in denen knapp 70 Gäste Platz finden, sind in Grautönen gehalten und erhalten durch große Metalllampen und eine einsehbare Speisekammer im Warehouse-Stil eine besondere Note.
www.chipps.eu
 
ROI, Zürich, CH
Mit dem ROI Restaurant am Zürisee lancierte der Jungunternehmer Jean Paul Saija im Juli 2010 das erste ’Gratis – Restaurant’, das er mit der Gastronomin Myriam Eggers entwickelte.
 
Es basiert auf der Kombination von Gastronomie, Einzelhandel und Konsumgüter-Promotion. Der Name stammt von der Abkürzung für ’Return of Investment’. Dieses besteht für die Gäste im attraktiven Mehrwert, für die Gastronomie im zusätzlichen Umsatz und für die Markenartikelhersteller in der erhöhten Aufmerksamkeit für die in diesem Umfeld präsentierten Produkte.
 
Von der Konsumation werden den Kunden bei der Begleichung der Restaurantrechnung 50 (Donnerstag-Samstag) bis 100 (Sonntag–Mittwoch) % der Summe auf einer Kundenkarte gutgeschrieben, mit der sie im ROI Store im Restaurant oder im ROI Online Shop Markenartikel erstehen können. Das breite Sortiment umfasst z. B. Kleider, Accessoires und Einrichtungsgegenstände, die zu vergleichbaren Preisen wie in Fachgeschäften angeboten werden. Reicht das Guthaben nicht aus, kann die Differenz in bar bezahlt werden und der Betrag wird wiederum für das Restaurant gutgeschrieben.
 
Das kulinarische Angebot des Restaurants, welches die Basis für den Erfolg der Strategie bildet, bietet eine moderne, regional verankerte Küche mit mediterranem Einschlag. Weiterhin gibt es eine reichhaltige Auswahl europäischer Weine zu gehobenen aber fairen Preisen. In den modern eingerichteten Räumlichkeiten mit Seeblick finden bis zu 110 Gäste innen und weitere 120 auf der Terrasse Platz.
www.roi-roi.ch
www.leadersclub.de


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