Stuttgart

Rauschenbergers Goldberg - eine Hommage an Fellbach

Der Name will nicht nur Kulturbeflissenen etwas sagen. Während Liebhaber klassischer Musik gleich an Bachs Goldberg-Variationen denken, fällt den Fellbachern zuallererst wohl ihre örtliche Weinlage gleichen Namens ein. Die Anspielung macht Sinn: Schließlich gehört zum Restaurant Goldberg in der Fellbacher Schwabenlandhalle auch eine bemerkenswerte Wein-Lounge.
In ihrer berühmt-berüchtigten Gastronomiekritik-Rubrik besprach die Stuttgarter Zeitung das jüngste Engagement von Gastronom Jörg Rauschenberger (Cube, Pier 51) in den höchsten Tönen als „eine der bemerkenswertesten Neueröffnungen in der Gastroszene der Region seit längerer Zeit“. Dabei stand die Fortführung der Gastronomie in der Schwabenlandhalle anfänglich Spitz auf Knopf, sagt Rauschenberger. „In erster Linie ging es um das Exklusiv-Catering für die Halle mit allein 300 jährlichen Events und die angeschlossene Großküche – als neuen zentralen Produktionsstandort für unser Event-Catering.“ Den Entschluss, dann doch rd. 1 Mio. EUR für das neue, Anfang April eröffnete Restaurant in die Hand zu nehmen, hat der Unternehmer nicht einen Moment bereut, im Gegenteil. „Hier demonstrieren wir auch potenziellen Cateringkunden unsere Kompetenz, unser Qualitätsverständnis, unseren Stil. Und hier konnte ich viele Ideen umsetzen, die mir schon lange am Herzen lagen.“

Gemeint ist zuallererst die Kombination von Restaurant und Wein-Lounge. 40 Weine werden hier wahlweise auch offen ausgeschenkt, das Preisband: 2,80-6,90 EUR (0,1 l) bzw. 12,80 EUR für ein Glas Grande Réserve Brut von Cuperly. Dazu bietet die Lounge eine kleine Auswahl an Tapas wie Flammküchle mit Spargel und Anislachs (7,80 EUR) oder Warmen Wurstsalat mit gebackener Blutwurstpraline und Baguette (6,80 EUR).

Der Betriebsteil, mit Sesseln und Sofas lässig gestylt, bietet 40 Gästen Platz. Er dient nicht nur der Belebung und atmosphärischen Auflockerung des Fine-Dining-Konzepts, sondern auch dazu, Schwellenängste zu brechen: Auf den Lounge-Besuch folgt in aller Regel einer im Restaurant. Zahlreiche Wein-Events leisten Vorschub.

Im Restaurant selbst: stylish-zeitloses Design, geprägt durch die Farbe Gold. Ein golden eingefärbtes Schwarz-Weiß-Foto der Goldberg-Weinlage als eindrucksvolles Entrée. Eine hoch gelobte Küche, die sich anspruchsvoller Cross-Culture-Philosophie verschrieben hat – mit Rücksicht auf den regionalen Gaumen. Dem munden beispielsweise Lachssteak mit Curry-Rohrzuckerkruste auf Zitronennudeln und Lauch (20,80 EUR) genauso wie Kalbsrückensteak mit Ratatouillekruste und flüssiger Ziegenkäsepolenta (24,80 EUR). Asiatische und kreolische Küche haben Vorrang, auch mediterrane Einflüsse sind im Spiel.

Das 52-Plätze-Restaurant mit geräumiger Freiterrasse im 1. OG ist werktags mittags und abends geöffnet, samstags nur abends und sonntags durchgängig von 11.45 bis 23 Uhr. Es offeriert zudem zwei laut Rauschenberger sehr gut angenommene Private Dining Rooms mit 20 bzw. 40 Plätzen.

Um die 65 EUR bewegt sich der Durchschnittsbon. „Bei bewusst zurückhaltender Preisgestaltung“, so der Unternehmer, der hier einen Netto-Umsatz von 1,5 Mio. EUR anstrebt. Und seinen Gästen ein kluges Extra offeriert: In Kooperation mit der Niederlassung eines Stuttgarter Autoherstellers bietet das Goldberg einen Abhol- und Bringservice an. Cross Marketing: Im Gegenzug erhalten Neuwagenkäufer statt Blumenstrauß einen Goldberg-Gutschein.

http://www.goldberg-restaurant.de/


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