Weltjugendtag

Rund um den Dom klingelten die Kassen

Sechs Tage lang stand Köln in der vergangenen Woche im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit: Rund eine Million Jugendliche reisten zum Weltjugendtag an. Vom Ansturm der Pilger hat auch die Kölner Wirtschaft profitiert, wenngleich sich nicht alle Erwartungen erfüllten. „In unmittelbarer Domnähe gab es exorbitante Zuwächse. Hier haben wir anderthalbmal bis doppelt so viel umgesetzt wie sonst. Doch in den Betrieben abseits des Pilgerflusses verlief die Entwicklung enttäuschend“, lautet Sven Rombergs Bilanz für die Sandwichkette Subway, die in Köln 14 mal vertreten ist.



Wirtschaftlich waren an das internationale Großereignis große Erwartungen geknüpft: Laut Schätzungen der Kölner Industrie- und Handelskammer sollte der Weltjugendtag der Kölner Wirtschaft Mehreinnahmen von bis zu 180 Mio. € bescheren. Neben dem Einzelhandel sollten vor allem Hotellerie und Gastronomie profitieren – allein für die Gastronomie hatte die IHK-Studie Umsatzsteigerungen von rund 26 Mio. € prognostiziert. „Der Weltjugendtag war zweifellos ein Super-Event für Köln. Doch sowohl die Hotellerie als auch die Gastronomie haben nicht in dem Ausmaß davon profitiert, wie zuvor erhofft“, fasst Christoph Becker, Geschäftsführer des Dehoga Nordrhein in Köln, zusammen. Exorbitante Mehreinnahmen ließen sich allein wegen schmaler Pilgerkassen und der Vollverpflegung für die registrierten Pilger nicht realisieren. Außerdem hätten viele Einheimische die Stadt zum Einkauf gemieden. „Es hat sich alles um den Dom herum abgespielt, ansonsten war die Stadt leer“, so Becker. „Wir hatten uns mehr erhofft. Bis auf ein paar große Gruppen hat uns der Weltjugendtag nichts gebracht. Im Gegenteil: Unsere Stammgäste sind ausgeblieben“, bestätigt Amir Tubis, Betriebsleiter des Alex am Friesenplatz. Zu den größten Nutznießern zählten die Souvenirgeschäfte.

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