Berliner Strandbars

Saison 2011 fiel ins Wasser

"Wann wird's mal wieder richtig Sommer?", haben sich in diesem Jahr bestimmt nicht nur Besitzer von Strandbars gefragt. Doch 2011 machte es dieser sonst in Berlin besonders beliebten Sommer-Gastronomie-Variante besonders zu schaffen. Irgendwie schienen sich grauer Himmel, Stürme und Regen ausgerechnet immer pünktlich zum Wochenende einzustellen.
 
Genaue Zahlen gibt es zwar nicht, doch Pressesprecherin Stefanie Heckel vom Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) schätzt, dass Berliner Strandbar-Betreiber aufgrund des besonders in den letzten Monaten schlechten Wetters bestimmt "Einbußen erlitten haben, teilweise sogar im zweistelligen Bereich". Insgesamt seien die Gastgewerbezahlen im Juli 2011 im Vergleich zum Juli 2010 zwar in Berlin um 2,1 % gewachsen, doch Strandbars seien nun mal extrem witterungsabhängig.
 
Das bestätigt auch Johanna Ismayr, die Geschäftsführerin des renommierten 'Bundespressestrand': „Wir haben in diesem Jahr zum Glück relativ früh angefangen, schon im April, als das Wetter noch etwas freundlicher war. Im Gegensatz zu vielen anderen Strandbars macht die Gastronomie bei uns allerdings nicht den Hauptbestandteil des Geschäfts aus, sondern wir leben von Werbung und Veranstaltungen, und da lief es 2011 wieder sehr viel besser als in den Krisejahren 2008 und 2009. Insgesamt hatten wir bestimmt 30% witterungsbedingte Gastronomieeinbußen, aber dafür rund 20 bis 30% mehr durch Veranstaltungen."
 
Das Hauptproblem der diesjährigen Saison sieht sie nicht im Regen, sondern in der Wechselhaftigkeit des Wetters: „In meinen gut zehn Jahren hier habe ich so etwas noch nie vorher erlebt, dass es wie 2011 wirklich kein einziges Wochenende gab, das von Donnerstag bis Montag komplett regenfrei war. Grundsätzlich lebt man als Strandbar natürlich schon von gutem Wetter, und problematisch wird es, wenn die Leute ihr Wochenende im voraus planen und aufgrund des wechselhaften Wetters lieber auf Open-Air-Aufenthalte verzichten."
 
Was sie sich für 2012 wünscht? „Sonne natürlich - und eine gute, neue Location. Wir sind schon zweimal umgezogen und aktuell wurde uns mal wieder gekündigt, weil das Bundesbildungsministerium hier schon seit 2005 zu bauen plant." Leicht wird die Suche nach neuen Standorten nicht, denn gerade in der einst wilden Mitte werden immer mehr Baulücken geschlossen - so musste jüngst auch die hippe Strandbar 'Kiki Blofeld' schließen und die ebenso angesagte 'Bar 25' einmal mehr umziehen - quer über die Spree.
 
www.derbundespressestrand.de

www.kikiblofeld.de
 


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