Hamburg

Saliba geht auf Reisen

Elias Hanna Saliba, gastronomische Institution in Sachen orientalische Küchenkultur, hat sein Restaurantflaggschiff in Hamburg-Bahrenfeld geschlossen. Von dem einstigen Mini-Imperium des Syrers (fünf Betriebe plus Partyservice) bleibt nur der Betrieb in den Alsterarkaden übrig. Sein neues Lieblingsbaby: Salibas Reisen.

Es wird ein Mix aus Heim- und Fernweh gewesen sein plus Vorbereitung auf einen neuen Lebensabschnitt, der den sympathischen Gastronom mit Kapitänspatent im Alter von 59 Jahren zur unternehmerischen Umschichtung veranlasst hat. Seit fast 30 Jahren zählt Saliba zu Hamburgs Hospitality-Prominenz, sorgt mit seiner feinen Küche Syriens – allen voran die opulente Vorspeise Mazza (‚Karawane der Köstlichkeiten’) - und immer wieder neuen Standorten für Gesprächsstoff.

Nicht alle konnten sich halten, andere wieder gab er in fremde Hände. Nun der radikale Cut: Auch sein Stammbetrieb, der berühmte ‚Palast der 1000 Lichter’, bleibt künftig dunkel – zum großen Bedauern der treuen Fangemeinde bei Qype, Facebook und anderswo. Einzig am 1993 eröffneten, kuschelig kleinen City-Betrieb in den Alsterarkaden hält Hanna Saliba fest.

Die Entscheidung habe nichts mit dem wachsenden Konkurrenzdruck in der Gastronomie zu tun, betont er. Vielmehr hätten wiederholte Nachfragen von Gästen plus eigene Eindrücke in Syrien bei der Recherche zu seinem Kochbuch ‚Salibas Welt’ die Idee eines neuen Betätigungsfeldes entstehen lassen.

Als Reiseveranstalter organisiert und betreut Saliba jetzt exklusive Genießertouren durch sein Heimatland Syrien, viele davon auch persönlich. In kleinen Gruppen von 10 bis maximal 16 Personen wird gemeinsam eingekauft, gekocht, gegessen – Salibas Welt live, in Farbe und rund um die Uhr. Preis für 12 Reisetage im DZ (inklusive Flug): knapp 2.500 €. Bis Ende 2010 sind praktisch alle Termine ausgebucht, und auch für 2011 sind nur noch wenige Plätze frei.

Ausgangspunkt der Exkursionen ist der zu einem charmanten kleinen Hotel umgebaute frühere Familiensitz in der Altstadt von Damaskus. Der Name des Hide-aways verrät wieder den Gastgeber mit großem Herz, als den die Hanseaten Saliba lieben: ‚Beti betak’ heißt soviel wie ‚Mein Haus ist Dein Haus’. Und auch Salibas Markenzeichen, eine kleine, stilisierte Seeschwalbe samt Familienname in arabischen Schriftzeichen, taucht auf der Internetseite des Beti betak wieder auf – so bekommt der unternehmerische Neustart doch wieder den Touch eines multikulturellen Brand Stretchings – markentechnisch eleganter Brückenschlag von der Alster ins Land von 1001 Nacht.

www.saliba.de
www.beti-betak.com

Ulrike Vongehr/Redaktion food-service


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