München

Schrannenhalle ab Herbst 2011 mit neuem Konzept

Seit Ende April ist klar, dass Projektentwickler Hans Hammer das Tauziehen der Investoren um die Münchener Schrannenhalle gewonnen hat. Jetzt ist auch die Zwangsverwaltung aufgehoben, Hammer neuer Verwalter des umstrittenen Großprojektes. Das hehre Ziel des neuen Hausherrn, der die Location für mehr als 30 Mio. EUR erworben hat: das Pleite-Konzept wieder in ein Prestigeobjekt zu verwandeln.

Alles andere als eine kleine Aufgabe, selbst für die Hammer AG mit ihren 50 Jahren Erfahrung im Immobiliengeschäft. Denn die Münchner sind mit der von Pech und Pannen gebrandmarkten Schrannenhalle nie warmgeworden. Bereits kurz nach der Eröffnung im September 2005 hing der Haussegen nachhaltig schief. Trotz mehrfachen Nachbesserns blieb es letztlich dabei: Das ursprüngliche Marktplatz-Konzept, eine Mischung aus Manufaktur, Kultur und Gastronomie auf 2.500 qm Fläche, erwies sich als nicht tragfähig – eine glücklose Konstellation, die 2008 in der Insolvenz endete. Statt Millionenumsätze hatte man ein Millionengrab geschaufelt: Allein der nach historischem Vorbild entstandene Neubau soll damals 37 Mio. EUR verschlungen haben.
Doch obwohl Hammer nun offizieller Eigentümer der Halle ist, kann er mit ihrer Neugestaltung und -positionierung erst im April nächsten Jahres loslegen. Bis zum 30. März 2011 ist sie an den Bauunternehmer Günther Karl vermietet – den Vertrag hatte noch der Zwangsverwalter geschlossen. Zurzeit und als Interimslösung wird die Schranne von Catring-Platzhirsch Käfer als Eventlocation genutzt. Rund 6 Monate Umbauzeit veranschlagt Hammer, bevor sein neues Konzept dann im Herbst 2011 buchstäblich marktreif sein soll. Der Plan: „Wir wollen die Schranne als Markthalle erlebbar machen“, so Unternehmenssprecher Frank De Gasperi. Künftig soll der Handel mit Lebensmitteln sowie Wohn- und Küchenaccessoires im Vordergrund stehen, den gastronomische Anbieter sinnvoll ergänzen. Was und wer genau, sei noch offen, Bewerber sind willkommen.

Konkrete Pläne gibt es bereits für einen Delikatessenmarkt, für dessen Bespielung Käfer im Gespräch ist. Diverse Marktstände sollen dieses Konzeptelement flankieren. Dabei werden die Bewerbungen angestammter Händler auf dem Viktualienmarktes bevorzugt behandelt – aus naheliegenden Gründen. Denn man möchte nicht konkurrieren, sondern sich integrieren. So soll die Schranne 2.0 deutlich durchlässiger werden, mit großzügigen Öffnungen in den Fassaden, sozusagen als überdachter Durchgang vom Jakobsplatz zur Blumenstraße und zum Viktualienmarkt. Für die Nutzung des Hallenuntergeschosses gibt es mehrere Optionen. Fest steht allerdings: Die Zeit von Party- und Diskoabenden sowie anderen Großevents ist vorbei. Davon unberührt wird an einem kulturellen Angebot gebastelt, das sich harmonisch in das neue Konzept fügt.

www.schrannenhalle.locationcollection.de



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