München

Schrannenhalle eröffnet & gestürmt

„Jo mei, schaut das lecker aus!“, urteilt eine Stimme, die sich im immensen Stimmengewirr orten lässt. 5. September 2005, 10.30 Uhr im Herzen Münchens direkt vis á vis zum Viktualienmarkt: Die Schrannenhalle hat just eröffnet, und die Münchner, Zugereiste und Touristen stürmen die sonnendurchflutete Glasstahl-Konstruktion. Ein pulsierender Marktplatz auf 2.500 qm mit einem außergewöhnlichen Repertoire aus Gastronomie, Kultur und Manufaktur. Von insgesamt 50 Ständen bieten gut die Hälfte gastronomische Köstlichkeiten an, wie z.B.
  • ein indisches Tandoori-Konzept mit zwei extra gefertigten Tandoori-Öfen (Grillgerichte & Fladenbrot),
  • eine Aufstrichmacherei (mit 50 verschiedenen Aufstrichsorten),
  • eine Nudelmacherei (das Pasta-Konzept von Vapiano),
  • eine Strudelmacherei (mit außergewöhnlichen süßen und pikanten Strudelkreationen),
  • eine Heumilchbar (mit Milchkreationen und Käsegenüssen ohne Ende),
  • ein Prosecco Teatro Stand (mit rund zehn Schaumweinen aus Venetien),
  • der ChampCurr-Stand (mit der ungewöhnlichen Kombination von Currywurst und Champagner),
  • ein Asian-Food-Stand (mit Sushibar, Suppenküche und Wok-Station),
  • eine Senfmacherei (Porchetta plus diverse Senfkreationen),
  • eine Eismacherei und vieles mehr.
Rund 900 Sitzplätze stehen den Gästen zur Verfügung. Der Clou: An jedem Ort der Halle können sämtliche seitens der Marktpartner offerierten Speisen und Getränke verzehrt werden, d.h. fachlich geschultes Servicepersonal und sogenannte ’Runner’ bedienen die Gäste in der gesamten Halle. Doch, um die Startphase zu vereinfachen, sorgen die Servicekräfte in den ersten Tagen ausschließlich für Getränke, das Essen müssen sich die Gäste vorerst selbst organisieren. Zum weiteren Serviceangebot gehören: Kundenkarte, Kinderbetreuung, Versand- & Lieferservice, Parkmöglichkeiten, Ticketservice und vieles mehr. Sowohl das einheimische Publikum als auch Touristen wollen die Betreiber mit dem 37 Mio. € teuren Marktplatz-Konzept, wovon 2,7 Mio. € auf den gastronomischen Ausbau entfielen, zum Konsum verführen. Und zwar rund um die Uhr, denn der imposante Glas-Eisen-Bau der Ingenieurkunst des 19. Jahrhunderts soll an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr geöffnet sein. Was jedoch nicht bedeutet, dass sämtliche Stände ununterbrochen geöffnet haben, sondern jeder soll zu seinen absatzstärksten Zeiten geöffnet haben, um einen nachfrage-angepassten Mix und damit eine gute Kundenfrequenz zu garantieren. Angesichts der Flut attraktiver F&B- sowie Handwerks-Angebote stört es keinen in der pulsierenden Menge, dass hie und da noch Kabel ihren Anschluss suchen, Standbesitzer die letzten Requisiten ad hoc positionieren und auch der Meeresfood-Stand Gosch den Eröffnungstermin nicht schaffte. Genug zu schauen, zu essen, zu trinken und zu kaufen. Und auch hier eine – scheinbar münchentypische Stimme – „des is schoa preiswert hier“. Die Schranne soll laut Initiatoren die neue Attraktion in der Münchener City sein, und sie kann es werden. Eine Konkurrenz-Situation zum benachbarten Viktualienmarkt soll jedoch auf keinen Fall aufkommen, da man sich sowohl durch andere Öffnungszeiten als auch ein bewusst spezialisiertes, hochwertiges Angebotsspektrum klar abgrenzen will. Das Konzept: Die Schranne soll ein Marktplatz sein mit überwiegend festen und einem geringen Anteil saisonal befristeter Handwerks-, Kunst- und Gastronomie-Ständen, der vom Early-Morning-Frühstück über den Nachmittags-Kaffee bis zum Nachtschwärmer-Cocktail das ganze Angebotsspektrum zeitadäquat abdeckt. Alle, alle sollen sich wohl fühlen. Entsprechend wurde bei der Auswahl der Stand-Konzepte großer Wert auf Individualität, Einzigartigkeit und Qualität gelegt, um nicht in die Gefahr der Vergleichbarkeit mit oft kettengeprägten Shoppingzentren zu geraten. Realisiert wird das Projekt mittels eines Private-Public-Partnerships, einer Kooperation zwischen der Stadt München als Grundbesitzer und der DBVI GmbH + Co. Schrannenhalle KG als Investor. Betreiber ist die Schranne GmbH, die das 2.500 qm große, nach historischen Vorbild neuerstellte Bauwerk mit seinen bewusst flexibel und handwerklich konzipierten Marktständen betreut und managt. Doch nicht allein der Gast steht im Fokus, auch für die Marktpartner hat das Marktmanagement ein umfangreiches Servicepaket geschnürt. Zum einen kümmert man sich um die Angelegenheiten und Probleme der Standbetreiber. Andererseits werden allen Marktpartnern ausreichende Lager- & Kühlkapazitäten, ein einheitliches Kassen- und Reservierungssystem, Geschirr-, Spül-, Wäschereinigungs- und Müllentsorgungs-Service, Personalumkleide- und Hygieneräume gemeinschaftlich zur Verfügung gestellt. Als Gesamtverantwortlicher für das Projekt steht Jürgen Lochbihler (gleichzeitig selbst Wirt des Pschorr) mit seinem Team den Standbetreibern partnerschaftlich zur Seite, um Fragen und Probleme, die sich bei neuen Konzepten dieser Dimension immer ergeben, möglichst rasch zu klären. Lochbihler, der seit 2003 in der Schranne mitarbeitet, verfügt über 20 Jahre Gastronomie-Erfahrung, hat diverse Brauereien und Banken bei zahlreichen Großprojekten beraten und unterstützt und ein großes Veranstaltungszentrum in München aufgebaut und geleitet. Kulturell-künstlerische Events und Veranstaltungen sowie ein fixer Wochenplan mit einem täglich wechselnden Motto sollen neben den Ständen und Produkten zusätzliche Attraktionsmomente darstellen. Ein über 400 qm großer Raum im ersten UG sowie sieben Dachterrassen auf den Marktständen (Plätze für bis zu 50 Personen) bieten Raum für Konzerte, Vernissagen, Lesungen sowie private und geschäftliche Anlässe. Weiteres gastronomisches Highlight: der ’Pschorr’, das 340 Sitzplätze starke Wirtshaus direkt an der Schranne gleich neben dem Viktualienmarkt, das bereits vor drei Wochen seine Pforten öffnete und an starken Tagen 1.400 Gäste bewirtet. Treffpunkt für Bajuwaren und zugereiste Gäste sein. Das Angebot: Hacker-Pschorr Edelhell aus Holzfässern und typisch bayerische Spezialitäten und Brotzeiten. Zusätzliche Veranstaltungskapazitäten bieten der Theresiensaal im ersten OG mit 200 und das Gewölbe im Keller mit 60 Plätzen. Wirt Jürgen Lochbihler, Wirtshauschefin Inka Militzer und Küchenchef Peter Lamy werden hier mit viel Liebe zum Detail und Engagement ein unverwechselbares Münchner Wirtshaus schaffen. www.der-pschorr.de www.schranne.de


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