Care

Senioren oft mangelernährt

Viele alte Menschen sind mangelernährt. Als Gegenmittel empfehlen Mediziner spezielle Nahrungsmittel nach dem Vorbild der Kindernahrung. In einer Studie mit 779 Bewohnern von zehn Seniorenwohnheimen seien elf Prozent mangelernährt gewesen, berichtete der Mediziner Matthias Pirlich, Universitätsklinikum Charité Berlin, in dieser Woche beim Internistentag in Wiesbaden. Im Durchschnitt waren die Senioren 85 Jahre alt. Ein ähnliches Ergebnis ergab eine Studie an 112 Bewohnern eines Berliner Heimes. Dabei zeigen beide Studien: Das Problem liegt nicht am fehlenden Nahrungsmittelangebot. Gründe für die Mangelernährung sind hingegen Probleme mit dem Gebiss, Demenz, mangelnde Kaukraft oder Einsamkeit, die den Appetit alter Menschen sinken lässt. Ein hohes Alter und schwere chronische Erkrankungen seien die Hauptrisiken für eine Mangelernährung im Alter. Pirlich zitierte eine weitere Studie, nach der 27 Prozent aller Patienten bei der Einweisung zur stationären Behandlung Zeichen einer Mangelernährung aufwiesen. Ein hohes Alter habe sich als größtes Ernährungsrisiko erwiesen. Mit zunehmender Tablettenzahl, die ein Mensch einnehme, verschlechtere sich der Ernährungszustand. Alte Menschen sollten nach Ansicht der Mediziner vor allem kleine, aber gehaltvolle Mahlzeiten angeboten werden. Aber auch gemeinsame Mahlzeiten in einer netten Gruppe und wohnlicher Umgebung können zu mehr Appetit verhelfen.


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