ECE

Skyline Plaza, Alex & mehr

Gut vier Monate nach der Eröffnung des jüngsten Frankfurter Einkaufszentrums im Europaviertel, herrscht gemischte Stimmung bei den Mietern. Generell gilt: Gastronomie erfreut sich deutlich besserer Resonanz als der Einzelhandel.
Gutes Lunch-Geschäft im Food-Court mit 16 Marken-Anbietern und 400 Sitzplätzen – auch wenn da zu viele asiatische Konzepte versammelt sind. Die absolute Nummer 1 in Sachen Zufriedenheit mit dem Business ist Alex (Mitchells & Butlers) in einzigartiger Rooftop-Lage und mit großen Kapazitäten drinnen und draußen. Der Standort, ein echtes Experiment für die Marke, funktioniert so viel besser als erwartet. Managing Direktor Bernd Riegger geht von über 3 Mio. € Netto-Umsatz 2014 aus – geplant waren ursprünglich 2,2 Mio. €. Die ersten Monate haben alle Erwartungen übertroffen. Im Dezember beispielweise ein Umsatz von 270.000 €.

Was wirklich heraus sticht, ist das Abendgeschäft und das Brunch-Business am Sonntagmorgen, mit regelmäßig über 300 Gästen. Dabei kann man davon ausgehen, dass die Nachfrage im Sommer noch viel stärker sein wird, denn die Mega-Terrasse bietet einen sensationellen Blick auf die Skyline Frankfurts.

Dagegen laufe die kleine Street Kitchen von Alex - im Erdgeschoss positioniert und zu den Ladenöffnungszeiten des Centers verkaufsbereit - nicht so gut, so Rieger. Mit dem Betrieb auf dem Dach des Centers konnte man sich von der Entwicklung der Gesamtanlage total abkoppeln, im Erdgeschoss nicht.

Die Klage vieler Center-Ladenbetreiber gilt der Frequenz des Standorts, welche selbst in der Weihnachtszeit nicht ihren Vorstellungen entsprach. Zu den wichtigsten Kritikpunkten gehören unter anderem hohe Parkgebühren, da es keinerlei kostenlose Stunden gibt - der Tageshöchstsatz beläuft sich auf 27 €.

Klaus Striebich, Managing Direktor Leasing der ECE Projektmanagement-Gesellschaft, Hamburg: „So ein Shopping-Center braucht zwei bis drei Jahre Anlaufzeit, das ist ganz normal, besonders in dieser Konstellation“, sprich zwischen Downtown Frankfurt und dem jüngst erweiterten Main-Taunus-Zentrum (MTZ), einem der ältesten und erfolgreichsten Shopping-Center Deutschlands, ebenfalls in ECE-Händen.

Er nennt knappt 3.500 € Netto-Umsatz pro qm Mietfläche fürs Skyline Plaza, so die Hochrechnung fürs erste Jahr. „Und das ist relativ ok, im Vergleich mit anderen Neueröffnungen.“ Bei dieser Kennziffer sei bereits ein Abschlag für die starken Besuche der ersten Wochen gemacht.

„Ein neues Shopping-Center muss die Chance bekommen, sich zu etablieren. Will heißen von der umgebenen Bevölkerung angenommen zu werden. Und das funktioniert nicht von heute auf morgen.“

Striebich betont, dass zu den Learnings vom Skyline Plaza insbesondere auch gehörte, die immer größere Attraktivität von Food-Courts als generelles Phänomen zu sehen. Eine Kollektion von Restaurant-Marken mit gemeinsamer Sitz-Zone habe heute den Stellenwert von Anker-Mietern. So will die ECE künftig bei Neu-/ Umbauten größere Food-Courts installieren und auch die Restaurantkapazitäten ausweiten – im Optimalfall mit Außenanbindung, unabhängig von den Ladenschlusszeiten.

Striebich zur Umsatzentwicklung aller etablierten Shopping-Center der ECE in Deutschland: Auf bestehenden Flächen ist 2013 ein Plus von 1 % gelungen. Überdurchschnittlich gut entwickelte sich der sogenannte Kurzfristbedarf, sprich das von Bäckern, Metzgern und Supermärkten definierte Segment. Analoges gilt für Fast Food und Gastronomie. Etwas unterdurchschnittlich das Mode-Business sowie die klassischen Snackgeschäfte inklusive Eis.

Die ECE hat 2013 einige ihrer Einkaufszentren in Deutschland umstrukturiert, den Mieter/Konzept-Mix optimiert und dabei ziemliche Erfolge erzielt. Etwa City-Galerie Augsburg, mit einem Umsatzplus von 8,5%. Beim Breuningerland Sindelfingen brachte die Optimierung im Bestand sogar 9% Plus und in der Europa-Passage in Hamburg waren es 11 % Mehrerlöse. Stets gilt: Mehr Foodservice und damit mehr Chancen für die Kunden, ihren Aufenthalt gastronomisch anzureichern.

Fürs Jahr 2014 kündet Striebich im Herbst ein Eröffnungs-Highlight in Stuttgart an. Das neue Shopping-Center der ECE in der Schwaben-Metropole trägt den Namen Milaneo.

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