WDR-Wirtschaftsmagazin

Städte und Schulen verdienen an ungesunder Schulverpflegung

Die Alarmrufe wegen zunehmendem Übergewicht bei Kinder und Jugendlichen haben noch zu wenig Konsequenzen. An vielen Schulen besteht das Verzehrsangebot immer noch fast ausschließlich aus ungesundem Essen sowie Softdrinks. Das ergaben Recherchen des WDR-Wirtschaftsmagazins „Markt".
In den untersuchten Schulkiosken gehören Süßigkeiten, Zuckergebäck, Chips und Limonaden zum Standardrepertoire. Bestenfalls wird das Angebot um belegte Weißbrötchen ergänzt. Vollkornprodukte und Obst gibt es dagegen nur selten zu haben. Selbst in den Mensen von Ganztagsschulen stehen statt gesunder Kost häufig Pizza, Pommes Frites, Hotdogs und Hamburger auf dem Speisenplan. Das widerspricht zwar den Leitsätzen des Kultusministeriums zur Ernährung in Schulen. Auf Nachfrage von „Markt" sieht man dort allerdings keine Möglichkeit, den Schulen ein gesünderes Angebot vorzuschreiben.

An den ungesunden Verkäufen verdienen Schulen und Schulträger häufig sogar mit. Wenn - wie zum Beispiel in einer Bonner Schule - der Kioskbetreiber eine Pacht an die Stadt entrichten muss. Die Kioskbetreiber verteidigen ihr  ungesundes - aber bei vielen Schülern beliebtes - Sortiment mit wirtschaftlichen Zwängen. Nur damit ließe sich genug Umsatz erwirtschaften um die Personal- und Betriebskosten decken zu können. Darüber hinaus fanden die WDR-Jorunalisten aber auch Beispiele, bei denen die Schulen direkt mitverdienen: Indem sie an den Verkäufen von Süßigkeiten-Automaten beteiligt sind. Damit leisten sie „einer Tendenz Vorschub, die Gesundheitswissenschaftler seit langem beklagen. Mögliche Folgeerkrankungen sind nicht nur Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes - die falsche Ernährung beeinträchtigt auch die schulischen Leistungen der Kinder", prangert die WDR-Redaktion an. Die Sendung wird heute um 21 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt.

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