Hamburg

Stapellauf von Gosch im Keese / Eröffnung in Norderney für Mai geplant

Jürgen Gosch hat Wort gehalten. Der neue Vorzeigebetrieb der Sylter Seafood-Restaurantkette machte am Freitag auf der Hamburger Reeperbahn seine Schotten auf – und damit, wie angekündigt, rechtzeitig vor Ostern. Die Bilanz des Start-Wochenendes: “Richtig gut“, freut sich Restaurantleiterin Beatrice Bernhagen. „Samstag hatten wir die Hütte voll.“ Derweil steht für die Company schon die nächste Eröffnung ins Haus. Im Mai wird in Norderney am Kurplatz ein Betrieb mit 70 Innen- und 90 Außenplätzen seine Pforten öffnen.

Bis zur letzten Minute wurde an der Reeperbahn geschraubt, montiert, die Ware in der Kühltheke arrangiert. Denn das Pre-Opening-Timing war extrem herausfordernd kalkuliert, nachdem die Räumlichkeiten des Kultlokals erst zum 1. Januar übernommen und ergo mit dem Umbau begonnen werden konnte. Auf rund 1,5 Mio. € wird die Investitionssumme beziffert; unternehmerisch verantwortlich ist Franchisepartner Michael Woschniak mit seiner Firma WPS Betriebs GmbH in Heide.

300 Plätze in- und outdoor zählt das Seafood-Bistro mit starkem To-go-Part, das sich abends peu à peu zum Vergnügungstempel wandelt – fertig ist die laut Eigenwerbung ‘sündigste Fischbude der Welt’ mit der Subline ‘Feiner Fisch und Feste Feiern’. After-Work-Parties, Oldie-Tanznächte und Shantychor-Auftritte sollen ab 18 bzw. 22 Uhr donnerstags, freitags und samstags für Stimmung sorgen. Den vorderen Bereich mit der zur Straße hin komplett geöffneten Front dominiert der Take-away-Tresen. Im gemütlichen Restaurantbereich dahinter gibt‘s an der Front-Cooking-Theke das klassische Gosch-Seafood-Programm von Thainudeln bis Hummer.

„Wir haben die beste Adresse gefunden, die wir uns vorstellen können!“ freute sich Firmenchef Jürgen Gosch bei der Präsentation der Location im Januar sichtlich über den Coup in der Standortakquisition. Schließlich addiert das Konzept die Anziehungskraft zweier (Marken-)Legenden zu einem satten Frequenzplus. Vor allem im Abendgeschäft, war doch das nach Kriegsende eröffnete Cafè Keese bis in die 80er Jahre ein deutschlandweit berühmt-berüchtigter Tanztempel. Nostalgiker erinnern sich heute noch an die nummerierten Tischtelefone zur kultivierten Kontaktaufnahme.

Entsprechend hat Gosch im Keese forciert die reiferen Kiezgänger im Blick. „Gerade für Leute über 40 ist das Angebot selbst in einer Großstadt wie Hamburg doch ziemlich dürftig. Das wollen wir ändern“, so Franchisee Michael Woschniak. Die Umsatzerwartung dürfte bei mehreren Millionen Euro liegen. Dass der ursprüngliche Name Gosch im Cafe Keese zackig verkürzt wurde ist sicher den vermehrten Möglichkeiten zu launigen Wortspielereien in der Außenkommunikation geschuldet – eine Disziplin, die das Unternehmen schon lange lustvoll pflegt.

Gosch Sylt erwirtschaftete 2012 rund 58 Mio. €, nach 49,5 Mio. € im Jahr zuvor. Auf der Heimatinsel betreibt das System 11 Läden in Eigenregie: Highlight: das im Herbst neu eröffnete Gosch am Kliff in Wenningstedt. Hinzu kommen 23 Franchise-Standorte auf dem Festland, u.a. in Berlin, München und Düsseldorf. Seit 2009 zählt auch ein schwimmendes Restaurant zum Portfolio, auf dem TUI-Kreuzfahrer ‘Mein Schiff’. In Hamburg war Gosch bis dato drei Mal vertreten: in der Wandelhalle des Hauptbahnhofes, am Flughafen und im Alstertal-Einkaufszentrum.

www.gosch.de

Ulrike Vongehr



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