Hauptstadtflughafen

Starttermin erneut fraglich – drastischer Kostensprung

Die Eröffnung des neuen Hautstadtflughafens in Berlin-Schönefeld könnte sich abermals verzögern. Erst im Mai war die für den 3. Juni vorgesehene Betriebsaufnahme wegen massiver Brandschutz-Mängel unter spektakulären Umständen kurzfristig abgesagt worden, als neuer Starttermin wurde der 17. März 2013 verkündet.

Nach einer Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag ließ Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit verlauten, es gelte letzte Zweifel am Zeitplan auszuräumen, dazu seien weitere technische Prüfungen erforderlich. Bis August soll Klarheit darüber hergestellt sein, ob der angestrebte Termin tatsächlich zu halten ist. Bis dahin soll die Flughafengesellschaft zudem einen Plan zur Finanzierung der zusätzlichen Kosten vorlegen.

Denn fest steht seit Freitag, dass die Kosten für das milliardenschwere Prestige-Projekt drastisch höher ausfallen werden als bisher angenommen: Insgesamt mehr als 1 Mrd. EUR zusätzliche Kosten und Kostenrisiken schrauben die Gesamtkosten für den Airport auf über 4 Mrd. EUR hoch. Ursprünglich war die Planung von 2,5 Mrd. EUR ausgegangen, der Wert wurde bereits einmal deutlich nach oben auf 3,1 Mrd. EUR korrigiert.

Mit allein 586 Mio. EUR dürfte die Verschiebung des Eröffnungstermins zu Buche schlagen: Denn daraus resultieren Kosten für den verlängerten Weiterbetrieb der Flughäfen Tegel und Schönefeld ebenso wie zusätzliche Baukosten, außerdem Vertragsstrafen usw. Weitere bis zu 591 Mio. EUR könnten für den erweiterten Lärmschutz fällig werden, den ein Entscheid des OVG Berlin-Brandenburg fordert. Der Hauptstadt-Airport soll hinter Frankfurt und München drittgrößter deutscher Flughafen werden.

www.berlin-airport.de

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