Frankfurt

Strabag-Projektentwicklung realisiert Rennbahn-Hotel

Nach Jahren der Ungewissheit und Planung steht dem Neubau eines Vier-Sterne-Plus-Hotels an der Niederräder Rennbahn so gut wie nichts mehr im Wege. Nach Unterzeichnung der letzten Verträge will die Strabag-Projektentwicklung GmbH, Darmstadt, sofort mit dem Bau des Luxushotels beginnen. Rechtzeitig zum FIFA Confederations Cup im Frühsommer 2005 kann das 285 Zimmer umfassende Hotel dann seine Pforten öffnen. Initiiert wurde das 56,5 Mio. Euro teure Gesamtprojekt, für das von Anfang an die Swissôtel-Gruppe als Betreiber im Gespräch ist, durch den Frankfurter Rechtsanwalt Jürgen M. Heberer sowie den Alzeyer Architekten Manfred Orsagh. Beide werden auch zukünftig als Projektpartner mit der Strabag Projektentwicklung GmbH kooperieren und die Weichen für eine zügige Abwicklung stellen. Der Pachtvertrag über 20 Jahre mit Swissôtel soll nun so schnell wie möglich unterzeichnet werden. "Sowie der Pachtvertrag mit dem künftigen Betreiber unterschrieben ist, können wir loslegen und das Projekt realisieren", erklärte Stephan Borsche, Bereichsleiter der Projektentwicklung. Die Strabag-Projektentwicklung fungiert einerseits als Investor, andererseits tritt das Schwesterunternehmen Strabag AG, Direktion Hochbau Süd, Darmstadt, als Bauunternehmer auf. "Dadurch haben wir einen direkten und schnellen Zugriff auf die Bauleistungen", so Borsche. "Wichtig sind mit Sicherheit auch die kurzen Wege. Unsere Einbindung in die regionalen und lokalen Strukturen vereinfachen viele Arbeitsabläufe und Klärungsprozesse nicht unwesentlich", erklärt Borsche, der das Rennbahnprojekt bereits seit rund einem halben Jahr beobachtet. Heberer, befragt über den Hintergrund für die Kooperation mit der Strabag Projektentwicklung: "Für uns war neben der finanziellen Komponente entscheidend, dass der von uns vorgegebene Zeitrahmen bindend eingehalten werden kann. Weitere Verhandlungen mit einem anderen potentiellen Investor haben sich damit auch erübrigt". Erklärtes Ziel sei eine Eröffnung des Hotels rechtzeitig zum Auftakt des FIFA Confederations Cup, um damit einen Testlauf für die Fußball-WM im Jahr 2006 zu ermöglichen. "Im Übrigen hat uns die umfassende Kompetenz des international tätigen Baukonzerns Strabag mit vielen Referenzprojekten, darunter das Grand Hotel Adlon in Berlin oder das Taschenbergpalais in Dresden, sehr beeindruckt.", so Heberer weiter. Das Hotel im Landhausstil soll mit einer Grundfläche von 4.000 qm auf ein mehr als doppelt so großes Grundstück gebaut werden. Die Ausstattung entspricht dem eines Vier-Sterne-Plus-Hotels, mit Ballsaal, Restaurants und Bars sowie Konferenzräumen. Insgesamt 285 Zimmer sind über fünf Etagen und zwei darüber liegende Dachgeschosse verteilt. Außerdem werden - als Ersatz für die alte, 700 Plätze fassende Tribüne - etwa 1.200 Besucher direkt vom Hotel aus auf Terrassen das Geschehen auf der Rennbahn verfolgen können. Für die Stadt Frankfurt löst sich damit ein schon lange drängendes Problem. Die Niederräder Galopprennbahn, die zu den ältesten Rennplätzen in Deutschland zählt, bot bislang eher ein wenig ermutigendes Bild. Zu lange schon gab es Überlegungen, die alte Tribüne mitsamt der Gaststätte abzureißen und an dieser Stelle ein nobles Hotel zu errichten. Die Stadt Frankfurt als Grundstückseigentümerin räumt dem Renn-Klub Frankfurt ein Erbbaurecht mit einer Laufzeit von 99 Jahren ein. Dieses Erbbaurecht soll anschließend auf die Strabag-Projektentwicklung übertragen werden. Aufatmen kann damit auch der Vorstand des Renn-Klubs. Schon seit langer Zeit hat die Entwicklung des Rennbahngeländes, die Sanierung eines Teils der Anlagen und die Aufwertung durch ein Hotel im Landhausstil oberste Priorität. Möglich werden diese dringend erforderlichen Investitionen durch die Erlöse aus der Übertragung des Erbbaurechtes. Weiterhin dürften damit auch die finanziellen Probleme des Renn-Klubs gelöst sein.




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