EGLW

Symposium „Quo vadis Altenpflege?“ begeisterte 150 Teilnehmer

Eine spannende Reise in die Zukunft der Altenpflege erlebten die 150 Teilnehmer des Symposiums „Quo vadis Altenpflege?“ am 26. November in Duisburg. Ein Highlight war der Veranstaltungsort selbst, das „inHaus2“-Forschungszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft. Hier erlebten die angereisten Gäste einen faszinierenden Rundgang durch die Senioreneinrichtung der Zukunft mit sprechenden Türen, multifunktionalen Fernbedienungen und intelligenten Schränken. Die Fachtagung war ein Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreises Ernährung Gesundheit Leistungsfähigkeit Wohlbefinden e.V. (EGLW) und des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Zum Auftakt begrüßte der Vorsitzende des Arbeitskreises, Udo Luerssen, die Entscheidungsträger aus den Pflegeeinrichtungen und appellierte trotz Finanzkrise nicht allein auf die Kosten zu schauen: „Der oberste Zweck des Kapitals ist nicht mehr Geld zu schaffen, sondern zu bewirken, dass sich das Geld in den Dienst der Verbesserung des Lebensstils stellt.“ Anschließend präsentierte Petra Gaugisch vom Frauenhofer Institut erste Ergebnisse des Verbundforschungsprojekt „Pflege 2020“, das sich bereits seit Juli 2006 mit der Altenhilfe der Zukunft beschäftigt. Fest steht, wir werden nicht nur älter, sondern unsere Ansprüche ändern sich auch. So zählt zu den wichtigsten strategischen Projekten vieler Träger die Schaffung stationärer Hausgemeinschaften. Jürgen Brüggemann vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen erläuterte die Chance eines professionellen Schnittstellenmanagement zwischen Pflege und Hauswirtschaft. „Oft wisse die eine Seite nicht, was die andere mache“, so Brüggemann. Es gelte Strukturen zu schaffen, bei denen Pflege und Hauswirtschaft Hand in Hand zusammenarbeiten zum Wohle der Bewohner. Wie eine optimale Ernährung im Alter aussehen kann, stellte die renommierte Ernährungswissenschaftlerin Prof. Ulrike Arens-Azevedo vor. Im Fokus standen die neuen Qualitätsstandards für die stationäre Seniorenverpflegung, die zur Zeit unter Leitung der DGE von einem Expertengremium erarbeitet werden. Dabei machte sie deutlich: „Es gibt weder den typischen Alten noch einen typischen Alternsverlauf.“ Um so mehr müsse sich die Küche auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner einstellen. Top-Referent Anselm Bilgri, ehemaliger Prior des Klosters Andechs, referierte zum Höhepunkt des Tages auf sehr scharmante Art und Weise über Werte für den Wandel und eine grundlegend neue Unternehmenskultur. Die Schlüsseltugenden seien, so Bilgri, „Gehorsamkeit, Demut und das rechte Maß finden“. Werte, die gerade in Zeiten von Finanzkrisen & Co. an Bedeutung gewinnen. Mit der Führung durch das „inHaus2“-Forschungszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft endete eine inhaltlich überzeugende und fachlich hochkarätige Veranstaltung. Redaktion gv-praxis Arbeitskreis EGLW, Fraunhofer Institut, Anselm Bilgri, Jürgen Brüggemann, Udo Luerssen, Petra Gaugisch, Pflege 2020, Ulrike Arens-Azevedo, Duisburg, inHaus2


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