Tafel-Bundesverband

Umverteilung jetzt wagen!

Im Vorfeld des Bundestafeltreffens, das vom 6.- 8. Juni in Neubrandenburg stattfindet, zog der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. auf seiner Jahrespressekonferenz Bilanz über das vergangene Jahr. Der Verband kritisierte die zunehmende soziale Spaltung und rief die Politik zu einer zukunftsfähigen Sozial- und Steuerpolitik auf.
 
Im Rückblick auf die eigene Entwicklung registrierte der Bundesverband einen leichten Anstieg der Zahl der Tafeln in Deutschland. Auf Initiative von Bürgervereinen oder gemeinnütziger Träger sind seit Juni 2012 bundesweit 19 neue Tafeln entstanden. Die Gesamtzahl liegt aktuell bei 910 Tafeln. Die meisten Tafeln gibt es in Nordrhein-Westfalen (163), Baden-Württemberg (163) und in Bayern (144). Die Mehrheit der Tafeln befindet sich in Trägerschaft gemeinnütziger Verbände oder Institutionen (Diakonie, Caritas; AWO, DRK u.a.) und ist daher gut mit anderen sozialen Hilfsangeboten vernetzt.
 
Noch relativ neu ist der Einsatz der Bundesfreiwilligen für die Deutsche Tafel e.V. Seit Oktober 2011 fungiert der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. als Zentralstelle für den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Die Tafeln können damit über den Bundesverband Freiwillige jeden Alters beschäftigen. Die Bundesfreiwilligen erhalten dafür ein Taschengeld, sie sind sozialversichert und nehmen an Weiterbildungen teil. Mehr als 800 Bundesfreiwillige waren bereits bei den Tafeln im Einsatz oder sind es noch. Die Nachfrage ist jedoch weit größer. Der Bundesverband hofft, dass die Bundesfreiwilligen den Tafeln auch nach ihrem Dienst verbunden bleiben.
 
Die Bemühungen des Bundesverbandes, Unternehmen und private Spender für die Arbeit der Tafeln zu gewinnen, bewertet der Vorsitz als erfolgreich. „Spender und Sponsoren haben dem Bundesverband 2012 rund 2,4 Mio. € zugutekommen lassen und damit so viel wie im Jahr zuvor. Mit diesen Spenden unterstützen wir die Tafeln vor Ort bei ihrer Arbeit“, sagte Jochen Brühl, stellvertretender Vorsitzender und Spendenbeauftragter des Verbandes. Dem Bundesverband wurde im April 2013 zum wiederholten Mal das DZI-Spendensiegel für seinen sachgerechten, sparsamen und transparenten Umgang mit Spenden verliehen.
      
Als zutiefst beschämend bewertet der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. die aktuelle soziale Lage. „Dass Deutschland sozial so tief gespalten ist wie nie zuvor, verletzt das Gerechtigkeitsempfinden einer breiten Mehrheit. Es ist paradox, dass trotz guter Wirtschaftsdaten und rückläufiger Arbeitslosenzahlen die Armutsquote mit 15,2 % den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung erreicht hat“, kommentiert der Vorsitzende des Verbandes, Gerd Häuser, den jüngsten Armutsbericht der Bundesregierung. In Reaktion darauf richtet sich der Verband mit einer Reihe von Forderungen an die Politik: http://www.tafel.de/aktuelles/forderungen.html
 
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