TUI

Verdoppelung des Ergebnisses bis 2008

Der europäische Reisekonzern TUI will bis zum Jahr 2008 seine Ertragskraft deutlich steigern. Vorstandschef Michael Frenzel kündigte auf der Hauptversammlung in Hannover an, bis zum Jahr 2008 das Ergebnis vor Steuern und Firmenwertabschreibungen im Kerngeschäft Touristik auf rund 700 Mio. Euro steigern zu wollen. Dies entspräche einer Verdoppelung des Wertes gegenüber dem Wert des vergangenen Jahres.



2004 lag TUI mit einer Umsatzrendite von 2,8 Prozent weit hinter der Zielmarke von 5 Prozent zurück, obwohl der Reisekonzern im Touristikgeschäft das Ergebnis um 74 Prozent auf 362 Mio. Euro erhöhen konnte. Für die Zukunftsaussichten liebäugelt Frenzel mit dem Rekordergebnis von 2001. Damals konnte TUI in der Touristiksparte ein Ergebnis von 530 Mio. Euro und eine Umsatzrendite von 4,2 Prozent erzielen. Grund für den Optimismus sind unter anderem die Buchungseingänge in den letzten Wochen, die laut Frenzel so hoch seien wie seit drei Jahren nicht mehr. So liegen die gebuchten Umsätze für die Sommersaison per Ende April um knapp 11 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert.



Durch Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen peile der Konzern nun weitere Ergebniseffekte von rund 150 Mio. Euro an, so Frenzel. In Deutschland und Großbritannien seien entsprechende Programme bereits aufgelegt worden. Der Schwerpunkt liege dabei nicht auf weiteren Personaleinsparungen, sondern auf einer Umstrukturierung der Arbeitsorganisation, einer Optimierung der Vertriebskosten und Einsparungen bei der Wartung der konzerneigenen Flugzeuge. Einen jährlichen Ergebniseffekt von bis zu 50 Mio. Euro will Frenzel erzielen, indem TUI ertragsschwache Unternehmensteile wieder zum Erfolg verhelfen werde. Aus den Investitionen in das Hotelgeschäft rechnet Frenzel mit einem zusätzlichen Ertragspotential von bis zu 35 Mio. Euro. Der Konzern plant für 2005 und 2006 die Eröffnung von insgesamt 34 Hotels mit 19.000 Betten. Reichlich Potential sprach der TUI-Chef außerdem dem stark wachsenden Internetgeschäft zu. Hier rechnet er ebenfalls mit einem Ergebnispotential von jährlich bis zu 35 Mio. Euro. Zudem habe Hapag-Lloyd Express im Fluggeschäft die Gewinnschwelle erreicht. Frenzel geht davon aus, dass das der britischen Thomsonfly im kommenden Jahr ebenfalls gelingen werde. Der Wegfall der Vorlaufkosten verbessere das Ergebnis um rund 30 Mio. Euro, so Frenzel.



Die Erfüllung der optimistischen Zielsetzung setze allerdings voraus, dass die positive Entwicklung des Marktumfelds anhalte und der Markt weiterhin moderat wachse. Frenzel blickt zuversichtlich in die Zukunft: Er rechnet bis 2010 mit einem weltweiten Wachstum in der Touristik von jährlich bis zu fünf Prozent.

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