Erinnerung

Vor 100 Jahren eröffnete erstes Kochkunst-Museum

Die Entwicklung der Kochkunst feiert in diesem Monat ein denkwürdiges Jubiläum. Mit der Eröffnung des weltweit ersten Kochkunst-Museums am 19. Januar 1909 in Frankfurt schuf der Internationale Verband der Köche eine Einrichtung, die sich als eine Grundlage der heutigen Kochbegeisterung versteht. In der Tradition der Lehre von Auguste Escoffier erweckte der in Frankfurt ansässige ’Internationale Verband der Köche’ eine Idee von Marie Antoine Carême – berühmter französischer Kochkünstler und Verfasser gastronomischer Schriften – zum Leben. Dieser träumte im 19. Jahrhundert davon, ein Museum zu gründen, das die hohe Kunst des Kochens erlebbar macht. 6.500 internationale Verbandsmitglieder ließen sich den Bau der Villa die damals enorme Summe von etwa 400.000 Mark kosten. Sie fungierte als Zentrale des Verbands und beherbergte zugleich Exponate rund um die Welt des Kochens. Die Aufgabe des Museums bestand in der „Pflege und Förderung der Kochkunst, in der Vervollkommnung der Ausbildung und in der Stärkung der Berufsliebe und Arbeitsfreudigkeit“. Neben einer wertvollen Büchersammlung von über 3.500 Titeln beinhaltete der Museumsbesitz eine einzigartige Sammlung von Menüs und Tafelkarten. Das Kochkunstmuseum wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt, verlor einen Großteil seiner Exponate und konnte nicht mehr reaktiviert werden. Der Verband selbst wurde bereits vorher von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet und gründete sich 1948 als ’Verband der Köche’ neu. Seit 1988 kümmert sich ein Förderkreis und das Gedenken und die Nutzung der verbliebenen Sammlungen. Der ’Verein zur Förderung der Tafelkultur’ begreift das Andenken an das Museum als eine wesentliche Grundlage für die Verbreitung der heutigen Kochkunst. Sein ehrgeizige Ziele: eine Stiftungsprofessur für Tafelkunde und möglicherweise irgendwann ein neues Kochmuseum einzurichten. www.tafelkultur.com Redaktion food-service Verein zur Förderung der Tafelkultur, Kochkunst-Museum, Verband der Köche, Marie Antoine Carême, Auguste Escoffier


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