Ressourcenschonung

WWF und Steffen Hennsler fördern bewussten Fischkonsum

Die dramatische Überfischung der Meere gerät nur langsam in den Blick der Öffentlichkeit. Doch schnelles Handeln tut Not, denn der Bestandserhalt steht auf dem Spiel. Jetzt hat der WWF gemeinsam mit Gastronom und TV-Koch Steffen Hennsler (Hennsler Hennsler, Ono - beide HH) eine Initiative vorgestellt, die vornehmlich auf die Endverbraucher zielt: der WWW-Einkaufsratgeber Fisch und Meeresfrüchte. Bei der Präsentation des neuen Einkaufsratgebers im erst Mitte Januar eröffneten Hennsler-Restaurant ‚Ono’ kündigte WWF-Meeresanwalt Steffen Henssler an, künftig auf Fisch zu verzichten, der beim WWF rot gelistet ist. „Keine leichte Sache für einen Seafood-Koch. Roter Thunfisch beispielsweise ist unglaublich lecker. Aber den wird es bei mir nicht mehr geben, weil er rücksichtslos geplündert wird“, sagt Henssler. Als Fernsehkoch und in seinen Restaurants wolle er zeigen, dass man bei Fisch nicht nur auf Geschmack und Qualität, sondern auch auf die Umwelt achten muss. In dem handlichen Einkaufsführer für die Brieftasche bewertet der WWF 35 Wildfischarten aus über 70 Beständen sowie 10 Aquakulturarten nach einem Ampelsystem. „Im Vergleich zu unserem letzten Ratgeber können wir dem Verbraucher diesmal genauere Empfehlungen geben“, erläutert WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper. Denn der Handel hat angekündigt, Fisch noch in diesem Jahr nach Herkunftsgebieten zu kennzeichnen. So macht es einen Unterschied, ob beispielsweise Kabeljau aus dem Pazifik oder der Nordost-Antarktis stammt oder aber aus den überfischten Beständen in Nord- und Ostsee. Fehlt die Herkunftsangabe, sollte man generell auf Kabeljau verzichten, so die Empfehlung des WWF. Als gute Wahl beim Fischkauf gelten Alaska-Seelachs, Hering, Makrele, Forelle oder Zander. Dagegen rät der WWF von Schwertfisch, Hai, Rotbarsch und tropischen Shrimps ab. Generell empfiehlt es sich, beim Einkauf auf das blaue Umweltsiegel des ‚Marine Stewartship Council’ (MSC) zu achten. Das Siegel steht für nachhaltige Meeresfischerei, bei der nicht mehr Fisch gefangen wird, als nachwächst. Hierzulande sind bereits über 300 MSC-Produkte im Handel erhältlich. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind 77 % der weltweiten Fischbestände überfischt oder bis an ihre Grenzen ausgebeutet. Fast 90 Mio. t Fisch werden jährlich aus den Meeren geholt. Hinzu kommen viele Mio. t als Beifang und illegal gefangener Fisch. Allein in der Nordsee verenden jährlich 1 Mio. t Fisch und andere Meerestiere als Beifang. Sie werden sterbend oder tot zurück ins Meer geworfen. Ganze Lebensräume wie zum Beispiel Kaltwasserkorallenriffe werden durch schweres Fischereigerät zerstört. Wissenschaftler rechnen mit einem Zusammenbruch der kommerziellen Fischerei bis 2050, wenn die bisherige Praxis unverändert weitergeht. Auch Aquakultur als Alternative zum Wildfang sei nicht durchweg empfehlenswert, warnt der WWF – wohl aber Zuchtfisch in Bio-Qualität. www.wwf.de/fischRedaktion food-serviceWorld Wildlife Fund, Einkaufs-ratgeber, Überfischung, Marine Stewartship Council, FAO, Aquakultur

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