Le Méridien

Wachstumspläne verzögern sich

"Wir reagieren antizyklisch auf die gegenwärtige Konjunkturflaute in der Hotelindustrie und halten an unseren Expansionsplänen fest", konstatiert Jürgen Bartels, CEO der Londoner Hotelgruppe Le Méridien. Bis 2005 will die Hotelgesellschaft, die im vergangenen Jahr von der japanischen Investmentbank Nomura übernommen wurde, die Zimmeranzahl um rund 20 Prozent auf insgesamt 45.400 erhöhen. Damit bestätigte der Le Méridien-Chef auf einer Pressekonferenz in Frankfurt seine in diesem Jahr auf der ITB in Berlin formulierten Expansionspläne (NGZ-Der Hotelier 4/02). Mit einer Ausnahme: Bartels muss eine zeitliche Verzögerung seines Wachstumsziels, bis 2004 an der Spitze der internationalen Upperscale-Hotellerie zu stehen, um etwa ein Jahr hinnehmen. "Die Banken haben nach dem 11. September gezögert, die benötigten Kredite zu bewilligen", so Bartels. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren rund 1,4 Mrd. Euro in das Wachstum der Hotelgruppe investiert werden, etwa 400.000 Euro fließen in anstehende Renovierungsarbeiten von Hotels. Den Marketingetat hat Bartels um 20 Prozent auf rund 100 Mio. Euro aufgestockt. Rund anderthalb Jahre nach der Übernahme der über 140 Le Méridien-Häuser durch Nomura muss die Luxushotelgruppe in 2002 einen Rückgang der durchschnittlichen Belegungsrate um minus sechs Prozent auf 71 Prozent verkraften. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von etwa einer Mrd. Pfund, der Gewinn vor Steuern und Zinsen lag bei rund 150 Mio. Pfund. Für das laufende Geschäftsjahr wird nach Erwartungen der Le Méridien Gruppe der Gewinn auf etwa 100 Mio. Pfund zurückgehen. Als Grund nennt Bartels höhere Mietausgaben durch den Verkauf einer Reihe von Le Méridien Hotels, die jetzt im Management oder über Pachtverträge betrieben werden. Das angepeilte Wachstum der Hotelgruppe soll über neue Management- und Pachtverträge erzielt werden. Dabei steht unter anderen der deutsche Markt im Fokus. Neben dem neuen Hamburger und Münchner Haus baut die Hotelgruppe hierzulande ihre Kapazitäten über das Großprojekt am Frankfurter Flughafen (Eröffnung 2005) um 680 Zimmer aus (NGZ-Der Hotelier 5/02). Darüber hinaus sollen bereits bestehende Häuser erweitert werden. So wird die beispielsweise die Zimmeranzahl des Le Méridien Grosvenor House in London zurzeit von 587 auf 882 und die Tagungskapazität um 20 Prozent erhöht. Für die Expansion von Le Méridien befinden sich weltweit zurzeit 14 Häuser in konkreter Planung. Neben Deutschland sollen unter anderen in Wien, Hongkong, Kuala Lumpur, Dubai, Saudia Arabien und Sardinien neue Hotels an den Start gehen.


stats