Buchtipp

Warum wir uns Gefühle kaufen

Warum freuen wir uns, wenn wir im Hotelzimmer entdecken, dass sich ein überraschend großes Bad hinter einer Schranktür verbirgt? Warum fasziniert uns eine Überfülle von goldenen Ketten in einem Schaufenster in Dubai? Warum ziehen Pop-up-Stores unsere Aufmerksamkeit auf sich, die nur wenige Tage an einem bestimmten Ort geöffnet sind? Weil wir auf der Suche sind nach dem Einzigartigen, das gute Gefühle verschafft, so Christian Mikunda.
Der Begründer der Strategischen Dramaturgie spannt in seinem Werk ' Warum wir uns Gefühle kaufen. Die 7 Hochgefühle und wie man sie weckt' einen weiten Bogen von Markenwelten und Malls bis hin zu Lifestyle, Medien und Kultur. Anschaulich analysiert er, warum und wie wir verführt werden wollen. Dabei macht er - in Anlehnung an die sieben Todsünden -sieben Hochgefühle aus, nach denen wir auf der Jagd sind, und definiert ihre psychologischen Mechanismen. Demnach streben wir nach: Glory (das Erhabene), Joy (der Freudentaumel), Power (die Machtstärke), Bravour (die Raffinesse), Desire (die Begierde), Intensity (die Verzückung) und Chill (das Entspannende).

In Zeiten des Überflusses fungieren sie als wichtiger Motor für den Handel, denn beim Kaufen sind immer auch Gefühle im Spiel. Sie symbolisieren das, was Konsumenten erleben wollen: Kultur auf höchstem emotionalen Niveau, Naturerfahrungen, die unser Leben verändern, genauso wie Lifestyle-Inszenierungen, die Waren mit echten, tiefen Erlebnissen verbinden. Mikunda enthüllt nicht nur das faszinierende System der Hochgefühle, sondern erläutert auch anhand zahlreicher Beispiele aus aller Welt wie es gelingt, Konsumenten diese willkommene Verführung anzubieten und unwiderstehliche Gefühlscocktails zu inszenieren.

Econ-Verlag, Berlin 2009, 272 S. gebunden, ISBN 3-430-20068-7, 30,80 EUR


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