Neue Studie des Zukunftsinstituts

Was kommt nach dem 'Peak Age'?

Bankenkrise, Schuldenkrise, Eurokrise – liegt vor uns die lange Talfahrt? Dieser Frage geht das aktuelle Trend-Update 'Peak Age', Ausgabe 07/2012, des Zukunftsinstitut nach. Das optimistische Fazit der Autoren: Fortschritt ist auch ohne Wachstum möglich.


Immer mehr Menschen sind überzeugt, dass 'mehr' nicht gleichbedeutend ist mit 'besser', und dass das kapitalistische System eine Sättigungszone erreicht hat. Die aktuelle Finanz- und Euro-Krise sind Ausdruck davon. Die Annahme, dass es jetzt nur noch abwärts gehen könne, ist jedoch falsch: Krisen setzen Gesellschaften unter Innovationsdruck und können zu einer grundlegenden Erneuerung führen.

Wir leben heute tatsächlich in einer 'Peak Time', in einer Gipfelzeit des industriellen Verbrauchs, des menschlichen Zugriffs auf die Natur. Doch historisch gehesen haben viele dieser 'Gipfel' eine positive Wendung eingeschlagen, z.B. die zunehmende Abkopplung des Energieverbrauchs vom Bruttosozialprodukt in den westlichen Industrienationen. Die Autoren kommen daher zu folgendem Schluss: „So wie John Maynard Keynes in der Weltwirtschaftskrise 1928 bereits kommende Epochen eines neuen Wohlstands voraussah, können wir als Zeitgenossen der 'Peak Time' auch andere Lösungen und Lebensweisen antizipieren.“

In einem weiteren, gerade auch für Gastronomen interessanten Kapitel geht es darum, wie die Steigerung von Lebensqualität immer mehr zum zentralen Faktor für Städte wird, um sich im globalen Wettbewerb zu behaupten. Insbesondere Wasser und Uferflächen als Naturraum zählen zu den stärksten Anziehungsfaktoren für urbane Individualisten. Denn moderne Städter wollen nicht mehr nur ans Wasser, sondern vor allem ins Wasser. Die Zeche Zollverein in Essen macht es mit dem Werksschwimmbad vor: Ein 'handelsüblicher' Container bietet Erfrischung mit Blick auf das Weltkulturerbe der Industriekultur.

Gleichzeitig revolutioniert die junge Generation den Gartenbau in den Städten. Auf Dächern, Balkonen und Terrassen werden neue Konzepte vom Open-Source-Gärten bis hin zum Indoor-Gemüseanbau erprobt. Überraschendes zeigt der Future Spot des Magazins: Das Architekturbüro Nezu Ayamo und die Künstlergruppe Superflex verlegen das stille Örtchen (WC) des UN-Hauptquartiers direkt an den niederländischen Strand.

Das Trend-Update ist das offizielle Monatsmagazin des Zukunftsinstituts, herausgegeben von Matthias Horx. Als regelmäßiges Update zu den großen und kleinen Trend-Themen bietet das Magazinformat die Möglichkeit, die Thesen und Entwicklungen selbst zu bewerten und auf die Bedeutung für das eigene Umfeld abzuklopfen.

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