VDOE-Jahrestagung

Weltweites Engagement gefragt

Rund 300 Teilnehmer aus der gesamten Republik kamen nach Gießen zur Jahrestagung des Verbandes der Oecotrophologen (VDOE). Im Fokus stand u. a. das Thema Welternährung – nachhaltige Ansprüche an Produktion und Konsum.
 
"Sowohl die Haushalts- und Ernährungswissenschaft als auch die Ernährungswirtschaft und -politik sind global aufgestellt. Deshalb ist es uns als Berufsverband ein Anliegen, Oecotrophologen, Haushalts- und Ernährungswissenschaftlern sowohl die internationalen Themen als auch Wege und Chancen einer internationalen Karriere aufzuzeigen." Mit diesen Worten eröffnete Dr. Andrea Lambeck, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Oecotrophologen e.V. (VDOE), die Jahrestagung unter der Schirmherrschaft der hessischen Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich. Auf dem Podium diskutierten Vertreter von Hochschulen, Wirtschaft, Politik und Verbandswesen oecotrophologische Inhalte sowie Ausbildung und Perspektiven der Berufsgruppe angesichts internationaler Handlungsfelder wie beispielsweise der Lebensmittelsicherheit.
 
Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser, Dekanin des Fachbereichs "Agrarwissenschaften, Oecotrophologie und Umweltmanagement" der Justus-Liebig-Universität machte deutlich, dass Globalisierungsprozesse in Wirtschaft, Handel, Arbeits- und privater Lebenswelt ein internationales Engagement unumgänglich machen. Eine der größten Herausforderungen für den Ernährungssektor sei es nach wie vor, eine kostengünstige Ernährungsversorgung für die ständig wachsende Weltbevölkerung zu ermöglichen. Dabei diene der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen dazu, ökologische mit sozialen und ökonomischen Anforderungen in Einklang zu bringen.
 
Das bestätigte auch Prof. Dr. Ursula Eid, ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. In ihrem Eröffnungsvortrag ging die Honorarprofessorin für Nachhaltigkeit von Wasser und Abwasser an der Hochschule Osnabrück auf die Millenniumsziele der Vereinten Nationen ein. Zwar sei die extreme Armut auf der Welt seit 1990 deutlich zurückgegangen. Vieles liege aber noch im Argen, etwa der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. "
 
Um Nachhaltigkeit in Lebensmittelproduktion und -konsum ging es am Nachmittag. "Wer ist Loha und wer nicht?" mit dieser Frage und dem Lifestyle of Health and Sustainability (Lohas) beschäftigte sich Kirsten Juchem vom Marktforschungsinstitut Rheingold in Köln. In der anschließenden Diskussion drehte sich alles um klimafreundliche Lebensmittel. Ein Fazit: „Lebensmittel aus der Region sind nur dann umweltfreundlich, wenn die dahinter stehende Größe der Produktions- und Transportbetriebe ausreichend ist", erklärte Prof. Dr. Elmar Schlich, Professor für Prozesstechnik in Lebensmittel- und Dienstleistungsbetrieben der Universität Gießen.
 
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