Eatertainment

Wintertime ist Spiegelzelt-Time

Als erster Sternekoch engagierte sich 1990 Hans-Peter Wodarz im Theater- und Dinnershow-Business und gastiert nach zig Tourneen und USA-Ausflug 1995/96 seit August 2001 mit ’Pomp, Duck and Circumstance’ im Spiegelzelt am festen Standort Berlin. Dinnershow, das steht für eine aufregende, spannungsreiche Mischung aus Varieté, Musik, Tanz, Akrobatik und Komik plus anspruchsvollem Vier-Gänge-Gourmet-Menü mit passenden Getränken. ’Köche - Krone - Kritiker’ heißt die neue Show, die eine Geschichte um Chefkoch Maurice Fatale und seine Auszeichnung als ’Europas Koch des Jahres’ erzählt. Wodarz’ grundsätzlicher Erfahrungswert zur Bedeutung des kulinarischen Parts: 70 % des Erfolges bringt die Show, 30 % das Essen. Rund 100 Euro zuzüglich Getränke muss der Gast im Schnitt für das drei- bis vierstündige Spektakel hinblättern. Für den Zuschauer nicht sichtbar: das straffe, bestens ausgeklügelte Logistikkonzept und die enorme Disziplin, das sich hinter Kochkunst und Show verbirgt, damit allabendlich rund 400 4-Gang-Kreationen binnen kürzester Zeit in optimaler Esstemperatur nahezu parallel alle Gäste erreichen. Mindestens 70%ige Auslastungsquoten seien deshalb vonnöten, damit sich personeller Aufwand und die Kosten für das enorme technische Equipment rechnen.



Andere traten in seine Fußstapfen. Neben Wodarz, dem Solisten, haben inzwischen zwei weitere, namentlich gleich klingende, allerdings multiplizierte Spiegelpalast-Companies ihre Zelte in den Metropolen der Republik und im angrenzenden Ausland aufgeschlagen und tragen den konzeptionellen Ansatz des Vordenkers mit Einzelstandort in die Breite. An insgesamt 14 Standorten (inklusive Berlin/Wodarz und inkl. der nichtdeutschen Städte Wien, Basel, Amsterdam/Wohlfahrt) konkurrieren aktuell 14 Shows um die Gunst des Publikums.



Zum 4. Mal in der Saison 2004/05 dabei: Palazzo im Spiegelpalast mit dem Trio der Kochgroßmeister Harald Wohlfahrt, Alfons Schuhbeck (seine 1. Saison im Team) und dem Österreicher Reinhard Gerer. Vom 9. Oktober 2004 bis 14. April 2005 ist man mit der bewährten Mischung aus Haute Cuisine, internationaler Spitzenartistik und Comedy in Hamburg, Wien, Mannheim, Basel, Würzburg und zum ersten Mal an den Standorten Stuttgart, München und Amsterdam präsent. 67.000 Besucher kamen 2002/03 in 5 Zelte, ca. 120.000 erwartet man 2004/05 in acht Spiegelpalästen. 79-129 Euro kostet der Eintritt exklusive Getränke, die Veranstalter gehen von einem Mittelwert von 109 Euro aus. Der Getränkebon liegt im Schnitt bei 30 bis 40 Euro.



Im 5. Winter ist Eckart Witzigmann in fünf deutschen Städten (letzte Saison: vier Standorte) mit seinem völlig verrückten Restaurant-Theater im Spiegelpalast präsent. Im letzten Jahr konnte er dem Wettbewerb mit Wodarz in Berlin nicht standhalten, brach vorzeitig ab und tritt in der Hauptstadt auch 2004/05 nicht wieder auf. Statt dessen ist Frankfurt wieder dabei, das im letzten Jahr eigentlich bereits die Abschiedsrunde absolviert hatte; außerdem: Düsseldorf, München sowie erstmals Hamburg und Köln. Um 25.000 auf 150.000 Besucher will man die Gästezahlen in der 3,5 monatigen aktuellen Spielzeit im Vergleich zur Vorsaison steigern. Damit sollte ebenfalls eine etwa 20 %ige Umsatzsteigerung einher gehen. Geplant ist, in den fünf aktuellen Palazzo-Städten auch 2005/06 wieder zu gastieren. Ob allerdings Städte im Ausland die Runde erweitern werden, soll frühestens im Frühjahr 2005 festgelegt werden.



Alle Dinnershows zusammen stehen in einer saisonalen sowie ’verrückten’ Marktnische für ein beachtliches Umsatzvolumen in einer aktuellen Größenordnung von plus/minus 50 Mio. Euro. Davon werden Witzigmanns Spiegelpaläste rund 20 Mio. Euro holen, Wohlfahrts Palazzi ca. 15 - 17 Mio. Euro und Wodarz’ Pomp Duck etwa 11 Mio. Euro.

www.pompduck.de

www.palazzo.cc

www.witzigmann-palazzo.de

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