Frankfurter Buchmesse

Wirbel um die Zimmerpreise

Erneut sorgt die Frankfurter Buchmesse, die in diesem Jahr vom 6. bis 10. Oktober stattfindet, für Unmut zwischen Hoteliers und den Veranstaltern. Wiederholt am Pranger: Zimmerpreise und Vermietungspraxis einiger Spitzenhotels. So beklagt der Buchmesse-Sprecher Holger Ehling Zimmerpreiszuschläge von bis zu 400 Prozent bei einigen Top-Häusern während der fünftägigen Veranstaltung. "Die Preissituation ist im höchsten Maße unbefriedigend", so Ehling gegenüber Der Hotelier, "wir befürchten, dass der Buchmesse dadurch Aussteller und Fachbesucher verloren gehen." Des Weiteren kritisiert Ehling die angeblich übliche Praxis, Zimmer lediglich für die gesamte Messedauer zu vermieten, auch wenn die Gäste kürzer bleiben. Grundsätzlich möchte Ehling mit den Frankfurter Hoteliers im Dialog bleiben und gemeinsam nach Lösungswegen suchen. "Wir verstehen ja, dass die Hotellerie Umsatzsteigerungen zu Spitzenveranstaltungen erzielen will, aber müssen sie sich dabei gleich eine Goldene Nase verdienen?" Die Hotellerie in Mainmetropole steht der neuerlichen Diskussion mehrheitlich gelassen gegenüber. So erklärt beispielsweise Gerhard Mitrovits, General Manager im Steigenberger Frankfurter Hof: "Die Vorwürfe können nur von Menschen kommen, die das Hotelbusiness nicht richtig verstehen." Allein die Zimmerpreisdiskussion ist nach Auffassung Mitrovits‘ ohne Substanz. Frankfurt rangiere nach aktuellen Rankings von Deloitte & Touche im Vergleich zu den Top-Städten Europas bei den Zimmerpreisen auf den hinteren Rängen. "Außerdem kostet derzeit ein qm Ausstellungsfläche auf der Messe rund 400 ", das ist mehr, als wir für ein Luxuszimmer im Frankfurter Hof erzielen." Auch in Sachen Flexibilität kann Mitrovits die Vorwürfe der Messeveranstalter nicht nachvollziehen. Seiner Erfahrung nach wollen 90 Prozent der Messebesucher gar nicht einzelne Übernachtungen während der Veranstaltung buchen. "Wir sind sogar am Dienstag und Mittwoch während der Buchmesse stark überbucht und hoffen noch auf ausreichend Stornierungen." Für Michael Simon, Regional Director of Global Sales Austria, Germany and Switzerland bei Marriott International, Eschborn, sind die Zimmerpreise während der Messe eine Folge von Angebot und Nachfrage. "Im nationalen und internationalen Vergleich belegt Frankfurt dabei keinen Spitzenplatz", so Simon. Gute Erfahrungen hat die Hotelgruppe mit ihrer Rational-Price-Policy gemacht, die Zimmerpreise an Faktoren wie Nachfrage, Marktlage und Wettbewerbssituation anpasst. "Wir haben damit in Frankfurt offenbar den Nerv getroffen" sagt Simon, "denn das Marriott an der Messe ist zu 100 Prozent während der Buchmesse ausgebucht." Gegenüber den Vorwürfen der Buchmesseveranstalter signalisiert der Sales-Experte vor allem Gesprächsbereitschaft, denn "letztlich geht es doch darum, Hand-in-Hand den Standort Deutschland und damit ebenfalls den Messestandort Frankfurt nach vorne zu bringen." Bereits Anfang vergangenen Jahres war es zu einem Konflikt zwischen Frankfurter Hoteliers und der Buchmesse gekommen. Auch damals standen speziell die Hotelzimmerpreise im Visier der Messeleitung, die damals drohte, die Buchmesse nach München zu verlegen. Nach intensiven Verhandlungen mit der Frankfurter Messe hatten sich die Buchmesse-Veranstalter entschieden, zumindest bis 2010 am Standort Frankfurt festzuhalten.

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