InterContinental Köln

Zimmer mit Dom-Blick

Köln ist um ein Spitzenhotel reicher. Anfang Juni ging das InterContinental Köln offiziell an den Start. Nach einer sechsjährigen Entwicklungsphase wurde nun das ehemalige Stadthaus der Rheinmetropole seiner neuen Bestimmung übergeben. Bereits am 19. Mai dieses Jahres öffnete das neue InterContinental in der Kölner City seine Tore und reihte sich damit in die recht stattliche Phalanx an neuen und traditionellen Vier- und Fünf-Sterne-Hotels der Domstadt ein. Generaldirektor Mathieu van Alphen ist optimistisch: "Natürlich hätten wir unser Hotel lieber in Zeiten besserer Wirtschaftsprognosen eröffnet. Aber von der Planung eines Hotels bis zur Realisierung und Eröffnung vergehen einige Jahre. Dementsprechend können wir die Erfolgsaussichten eines Hotels nicht an der momentanen Wirtschaftslage messen." Tatsächlich war die Planungsphase mit sechs Jahren ungewöhnlich lang, wie auch Dr. Karl Bartel, Geschäftsführender Gesellschafter der Kölner Investmentgesellschaft Dr. Ebertz & Partner GmbH sowie Projektverantwortlicher und Komplementär des Geschlossenen Immobilienfonds "Stadthaus Köln", unumwunden zugab. Gerade Immobilien in exponierten Lagen und in außergewöhnlichen Dimensionen, so Bartel, führten häufig zu öffentlichen Debatten über ästhetische und städtebauliche Aspekte, die den Realisierungsprozess deutlich verzögerten. Darüber hinaus wurden währen der Bauarbeiten auf dem 5.800 qm großen Grundstück römische Fundamente gefunden, die es zu restaurieren und zu integrieren galt. In rund zwei Jahren Bauzeit wurden 150 Mio. Euro in eine gemischt genutzte Immobilie investiert. Neben dem Hotel befinden sich Büro- und Einzelhandelsflächen sowie ein 4.000 qm großer Wellness-Bereich in dem Gebäude, das über eine Gesamtfläche (Bruttogeschossfläche) von 45.000 qm verfügt. Für die Architektur konnte die Architektengemeinschaft Waclaw Bieniasz-Nicholson/John Seifert gewonnen werden. Insbesondere der Londoner Architekt John Seifert hat mit spektakulären Hotelbauten in den vergangenen Jahren Aufmerksamkeit erregt. Zu seinen Projekten zählen das Hilton in Frankfurt, die Planung des Radisson SAS in Frankfurt, das Hotel Paddington in London oder auch das Novotel Hammersmith. Der Kölner InterContinental-Bau besteht aus einem steinernen Sockel, dessen Höhe sich an der Höhe des alten Stadthauses orientiert. Den Sockel krönt ein gläserner Aufsatz. Ziel war es, eine architektonische Antwort auf das multifunktionale Nutzungskonzept des Hauses zu finden und dabei der historischen Bedeutung des Standortes Rechnung zu tragen. Klare, schlichte Linien prägen die Architektur des Hauses, was sich im Design im Inneren fortsetzt. Die Mönchengladbacher Innenarchitekten Klein/Haller, die bereits das Designkonzept des Radisson SAS in Köln sowie der Dorint Hotels in Hamburg und Berlin verantworten, setzten im InterContinental auf das Thema "Licht und Schatten". Dabei ziehe sich, so führten die beiden Partner aus, die "gestalterische Idee des Wechselspiels auf Hell und Dunkel durch die Innenarchitektur des Hotels". Licht als Designelement schafft in dem 262-Zimmer-Haus eine entspannende Atmosphäre. Darüber hinaus ging es darum, ein modernes, zeitlos-elegantes und gleichermaßen ausgefallenes Ambiente zu schaffen, das edle Materialien wie feine Stoffe, edle Hölzer, Glas und Marmor trägt. Auch die Gastronomie unter der Leitung von Küchendirektor Jörg Stricker (siehe NGZ-Der Hotelier 5/2003) mit den Restaurants Maulbeers und Faveo, dem Weinraum Vecino sowie dem Kaminzimmer Overstolz und Bar wurden stilvoll in das ungewöhnliche Designkonzept integriert. Die Zimmer sind je nach Kategorie zwischen 30 qm und 43 qm groß, die elf Suiten messen 55 bis 60 qm. Ein großer Teil der Zimmer hat einen Blick auf den Kölner Dom. Um allen Gästen diesen Blick zu ermöglichen, haben sich die Innenarchitekten etwas Besonderes einfallen lassen. In jedem Zimmer hängt eine große Schwarzweiß-Fotografie eines Details des Doms. Vielversprechend ist die Zusammenarbeit des Hotels mit bekannten externen Partnern. Zum einen konnte der Barklassiker Harry’s New York Bar als Barkonzept für das Haus gewonnen werden. Laut GM van Alphen ist die modern und mit humorvollen Details gestaltete Bar bereits gut von den Kölnern angenommen worden. Zum anderen wurde der 4.000 qm große Wellnessbereich an den Londoner Luxus-Spa-Betreiber Holmes Place Lifestyle Clubs verpachtet. Nach Berlin und Hamburg eröffnete die dritte Dépendance der Premium-Fitnesskette in Deutschland. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 68 Clubs in elf Ländern. Darüber hinaus hat sich ein Hardrock Café auf der Rückseite des Hauses angesiedelt, das vor allem junge Leute zum Stadthaus am Gürzenich lockt. Diese Kombination aus Hotel, Wellness/Fitness und Markengastronomie ist für die Investoren und Betreiber eines der wesentlichen Erfolgsfaktoren. Mathieu van Alphen sieht in der multifunktionalen Nutzung "erstklassige Synergien im Hinblick auf die Zielgruppen", neben der zentralen Lage ein wesentliches Verkaufsargument. Das Haus zielt in erster Linie auf Firmen- und Messekunden, so van Alphen. "Im Hinblick auf die internationale Luxushotellerie gab es in Köln lange kein ausreichendes Angebot", ist er überzeugt. Die Ansiedlung eines InterContinental, die Marke kehrt nach 11 Jahren an den Rhein zurück, könne dem Markt interessante Impulse geben. Langfristig werde davon ausgegangen, dass der "Kuchen nicht nur anders verteilt, sondern insgesamt größer werde. Im ersten Jahr strebt van Alphen eine Auslastung von 40 Prozent sowie einen Durchschnittspreis von 129 Euro an.



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