Karstadt

Zuschlag für Berggruen

Bieter Nicolas Berggruen erhielt am Montag den Zuschlag für die Übernahme des Warenhauskonzern. Dies bestätigte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Montag Abend. Der Gläubigerausschuss hatte gestern über die Offerten von Berggruen, Highstreet und Tricon beraten.

Der Gläubigerausschuss votierte mit neun von elf Stimmen für Berggruen. Der Investor hatte zugesichert, alle 25.000 Arbeitsplätze im Unternehmen zu erhalten.

Dem Insolvenzverwalter zufolge soll der Kaufvertrag im Spät-sommer in Kraft treten. Der Investor soll bis spätestens Mittwoch den Kaufvertrag für die Übernahme der bundesweit 120 Häuser unterzeichnen. Einen Tag später wird das Essener Amtsgericht über den Insolvenzplan entscheiden.

Neben Berggruen galt in den vergangenen Tagen Highstreet als aussichtsreichster Bieter. Der Fondgesellschaft, mehrheitlich im Besitz der US-Bank Goldman Sachs, gehören 86 der von Karstadt genutzten Immobi-lien.

Berggruens Sanierungsplan verzichtet auf weitere Zugeständnisse der Belegschaft, rechnet aber auf Mietsenkungen. Falls in dieser Sache keine Einigung mit Highstreet zustande kommt, droht der Warenhauskette nach wie vor die Zerschlagung.

Karstadt war ebenso wie Quelle in den Sog der Zahlungsunfähigkeit des Mutterunternehmens Arcandor geraten. Der Handels- und Touristikkonzern hatte am 9. Juni 2009 Insolvenz angemeldet. Betroffen ist auch Karstadts Gastro-Tochter Le Buffet GmbH mit aktuell 16 eigenen Betrieben und 72 Karstadt-Restaurants, die von Le Buffet gemanagt werden. Zuletzt (2009) wurde mit Foodservice ein Umsatz von 154,3 Mio. EUR netto erzielt – ein Jahr zuvor waren es bei 134 Standorten noch 178,5 Mio. EUR Erlöse gewesen. Alle in der Zwischenzeit geschlossenen Units befanden sich in Hertie-Häusern – nach vorausgegangenem Konkurs war Hertie im Lauf des Jahres 2009 ’abgewickelt’ worden.

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