Dehoga-Branchenbericht

Zuversicht im Gastgewerbe wächst

Nach massiven krisenbedingten Umsatzeinbrüchen geht es im Gastgewerbe wieder bergauf, so die Botschaft des Präsidenten Ernst Fischer bei der Jahrespressekonferenz des Dehoga Bundesverbands in Berlin. Insbesondere die Hotellerie befindet sich wie bereits im Jahr 2010 weiter auf Wachstumskurs. Zu diesem Ergebnis kommt die Konjunkturumfrage des Dehoga Bundesverbands. Auch für die Gastronomie zeichnet sich langsam eine Trendwende ab.

"Verantwortlich für die verbesserten Entwicklungen und Erwartungen in Hotellerie und Gastronomie sind das Wirtschaftswachstum, sinkende Arbeitslosenzahlen und damit einhergehend die Ankurbelung der Binnennachfrage", erklärte Fischer. "Sowohl das Firmengeschäft als auch der private Konsum legten in den vergangenen Monaten zu, wobei die Preissensibilität weiter hoch ist. Die Branche hat den Weg aus der Krise gefunden." 
Die Gastronomie konnte allerdings vom Wirtschaftsaufschwung bisher weniger stark profitieren als die Hotellerie. Zudem litten viele Betriebe wie schon im Winter 2009 unter den schneereichen Dezemberwochen. Von Oktober 2010 bis März 2011 setzten 39,0 Prozent der Gastronomen weniger um als im Vorjahreszeitraum. Im Winter 2009/10 lag der Anteil der Umsatzverlierer noch bei 54,8 Prozent. 28,0 Prozent meldeten in der kalten Jahreszeit Umsatzzuwächse (Vorjahr 21,2 Prozent). Die Ertragssituation vieler Betriebe bleibt angespannt.

Laut dem Branchenbericht, der auf den Angaben von 4.500 Hoteliers und Gastronomen beruht, erwirtschafteten 41,0 Prozent der befragten Hotels im Winter 2010/11 geringere Erträge als im Winter 2009/10. Damals lag der Wert mit 58,7 Prozent noch höher. Immerhin 26,0 Prozent gelang es, in der kalten Jahreszeit ihr Betriebsergebnis zu verbessern (Vorjahr 14,9 Prozent). In der Gastronomie beklagt fast jeder zweite Unternehmer (49,0 Prozent) einen Ertragsrückgang (Vorjahr 61,9 Prozent). Der Anteil der Ertragsgewinner stieg von 13,8 auf 18,0 Prozent.

Als Hauptproblemfeld wird von den Unternehmern der Bereich Energieund Betriebskosten genannt. Mehr als jeder zweite Gastronom (56,0 Prozent) sowie zwei von drei Hoteliers (65,0 Prozent) sehen in den steigenden Kosten für Strom, Heizung und Warmwasser die größte Belastung für ihr Unternehmen, so der Dehoga-Branchenbericht. "Die Sorgen der Unternehmer sind mehr als berechtigt", sagte Fischer. "Die steigende Teuerungsrate trifft unsere Branche vor allem in Form höherer Energiepreise. Diese Kosten schmälern zunehmend die Unternehmenserträge und sind eine ernsthafte Gefahr für die gerade wieder anziehende Wachstumsdynamik."

Fischer verwies in diesem Zusammenhang auf die vielfältigen Aktivitäten des Verbandes. Dazu gehört die Energiekampagne Gastgewerbe, die den Unternehmern hilft, Energiekosten zu senken und damit Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. 

Für die kommenden Monate geben sich Gastronomen und Hoteliers zuversichtlich. Laut Dehoga-Branchenbericht glauben 36,0 Prozent der Hoteliers, ihren Vorjahresumsatz in der Sommersaison ausbauen zu können (Vorjahr 31,2 Prozent). 17,0 Prozent rechnen mit einer Umsatzverschlechterung (Vorjahr 28,9 Prozent). Auch die Gastronomen zeigen sich optimistischer als vor einem Jahr: 38,0 Prozent der Gastronomen erwarten von April bis September 2011 Umsatzzuwächse (Vorjahr 30,8 Prozent). Jeder fünfte Betrieb (20,0 Prozent) sagt Verluste voraus, dies sind 11,3 Prozent weniger als im Vorjahr (31,3 Prozent).

Der gute Start in die Freiluftsaison gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich die positiven Erwartungen der Unternehmer bewahrheiten. Wie eine aktuelle Blitzumfrage des Dehoga ergab, sorgten das warme Frühlingswetter und der späte Ostertermin für bessere Geschäfte in der Open-Air-Gastronomie. Während 22,6 Prozent der Unternehmer von Umsatzverlusten berichten, verbuchten 43,5 Prozent der Eiscafés, Terrassenrestaurants und Biergärten in den ersten schönen Wochen des Jahres höhere Umsätze unter freiem Himmel als im verregneten Vorjahreszeitraum. Dabei konnten sich 81,4 Prozent der Umsatzgewinner über ein sattes zweistelliges Umsatzplus freuen. Bei 18,5 Prozent der Unternehmer lag der Umsatzzuwachs sogar bei 30 Prozent und mehr. 

Die Ergebnisse der Dehoga-Konjunktumfrage werden durch die amtliche Statistik bestätigt: Danach setzte das Gastgewerbe im ersten Quartal 2011 3,1 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Real schlug ein Plus von 2,1 Prozent zu Buche. Im Gaststättengewerbe stiegen die Umsätze um nominal 2,7 Prozent (real 1,4 Prozent). Dies ist für die Restaurants, Cafés und Bistros der beste Wert für ein erstes Quartal seit über zehn Jahren.

"Wir hoffen, dass es weiterhin aufwärts geht", sagte Fischer abschließend. "Hotellerie und Gastronomie sind gut aufgestellt. In der Gastronomie sind regionale Küche, frische Zubereitung und Zutaten aus der Heimat gefragt. Bei der Innenausstattung der Betriebe gilt: Cool war gestern, cosy ist heute. In einer immer komplexer werdenden Welt suchen unsere Gäste Geborgenheit, Wohlfühl-atmosphäre und echte Gemeinschaft. Gasthöfe und Wirtshäuser sind Orte der Kommunikation. Auch und gerade in Zeiten von Facebook & Co. ist face to face wichtiger denn je."

Der Dehoga-Branchenbericht 'Gastgewerbe Winter 2010/11 – Ausblick Sommer 2011' steht unter www.dehoga.de kostenfrei zum Download zur Verfügung.




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