Jolly Hotels/Domina Hotels & Resorts

Zwei "große Italiener" in Berlin

Aus Berlins Gastro-Szene sind "die Italiener" längst nicht mehr wegzudenken. Jetzt bringen zunehmend auch Nobelunterkünfte italienische Lebensart in die Stadt. Die 1949 von Gaetano Marzotto gegründete italienische Hotelkette Jolly hat nach dem Jolly Hotel Mediapark in Köln mit dem "Vivaldi" am Bahnhof Friedrichstraße das zweite Haus in Deutschland eröffnet. Hauptzielgruppe ist der Business-Gast. Mit dem Investor, Jolly Hotels SpA, ist ein Pachtvertrag über 20 Jahre abgeschlossen worden. Die Investitionssumme beläuft sich auf fünf Mio. Euro. Dafür ist Berlins alte und neue Mitte in unmittelbarer Nähe des weltbekannten Boulevards Unter den Linden um weitere 254 Zimmer, davon 32 Suiten und eine Präsidenten-Suite, reicher. Das Vier-Sterne-Plus-Hotel gehört in die Kategorie Jolly Master Hotel (im Unterschied dazu gibt es die Jolly Classic Hotels). Es verfügt über vier klimatisierte Tagungsräume, ein Gourmetrestaurant "Vivaldi" (58 Plätze) sowie das Bistro "La Matta" (100 Plätze) und die Weinbar "Intermezzo" (40 Plätze). Im Wellnessbereich bieten Fitness-Studio, Solarium, Sauna und türkisches Bad ideale Entspannungsmöglichkeiten. Rund 80 Mitarbeiter sorgen sich in der Startphase um das Wohl der Gäste. Der Vorbuchungsstand lässt nach Angaben von Jolly Hotels Deutschland, die GmbH hat ihren Hauptsitz in Köln, eine Durchschnittsbelegung von rund 40 Prozent bis zum Jahresende erwarten.

Das zunächst unter dem Namen Compagnia Italiana Alberghi Touristici bekannt gewordene Unternehmen führt heute 42 Hotels in Italien und ist wie in Rom, Mailand, Genua und Pisa praktisch in allen bedeutenden Touristik- und Wirtschaftszentren des Landes vertreten. Aber auch wichtige europäische Großstädte, außer Köln und Berlin zum Beispiel Amsterdam, Brüssel, London und Paris, zählen zu den Standorten. Mit dem Madison Towers gibt es auch ein Haus in New York. Weitere Expansion ist angesagt - noch in diesem Jahr wird ein Jolly in Budapest eröffnet. Internationaler Partner der Italiener für Spanien und Lateinamerika sind die NH-Hotels. Die in Madrid ansässige Gruppe hatte erst im Frühjahr 80 Prozent der Astron-Hotels übernommen - drittgrößte Hotelkette Deutschlands.

Galleria italiano Während "Jolly" also bereits erfolgreich gestartet ist, hat die Domina Hotels & Resorts S.P.A. ihre Präsenz in der Deutschen Hauptstadt definitiv angekündigt. Nach Informationen der Berliner Morgenpost nimmt Italiens bedeutende internationale Hotelkette (u.a. Ägypten, Jordanien, Tunesien, Frankreich, Estland) nun verstärkt den deutschen Hotelmarkt ins Visier. Der Einstieg erfolgt ebenfalls an herausragender Location. In Berlins Szene- und Touristenviertel am Hackeschen Markt in Mitte. Hier soll das ehemalige Wertheim-Warenhaus in eine "Galleria italiano" umgebaut werden. Neben 20 exklusiven Ladengeschäften gehört dazu ein Fünf-Sterne-Hotel. Für das Investor Finspan, der italienische Konzern wird rund 52 Mrd. Euro in das Gesamtprojekt Shopping-Passage investieren, mit der Domina Gruppe als Betreiber bereits einen Mietvertrag für zwanzig Jahre unterschrieben haben soll. Das erste Domina-Hotel in Deutschland wird über rund 120 Zimmer verfügen und einen Konferenz- und Businessbereich anbieten. Mediterranes Lebensgefühl sollen insbesondere ein italienisches Spezialitäten-Restaurant und das Interieur von Designer Lorenzo Bellini vermitteln. Bei der für das Bauvorhaben verantwortlichen Viam GmbH rechnet man mit einer Bauzeit von etwa 18 Monaten. Nach den Worten von Domina-Manager Paolo Argilli seien weitere Häuser in Frankfurt, München und Hamburg geplant. Ja.

Ein Neubau am Berliner Bahnhof Friedrichstraße: das Jolly Master Hotel Vivaldi.

Auf insgesamt acht Etagen gibt es 254 hochwertig ausgestattete Zimmer. Die Preise bewegen sich zwischen 140 (EZ) sowie 160 Euro (DZ) in der Kategorie Standard/Minimum bis 520 Euro (Präsidentensuite/Maximum).

General Manager des neuen Jolly Hotel "Vivaldi" an der Berliner Friedrichstraße ist Armando Fioretti (58). Man sagt von ihm, er sei ein Direktor, der sehr genau weiß, wovon er spricht. Denn im Hotelfach groß geworden, hat er alle Bereiche der Branche durchlaufen. Nach vielen internationalen Stationen (u.a. Hilton International) und 10 Jahren im Bereich Sales & Marketing kehrte er in die Direktion der Jolly Hotels zurück. Eine Aufgabe, die er als Direktor bereits in Parma, Bologna und Mailand erfüllte.

Bei den Ausgaben von Übernachtungsgästen schneidet Berlin von allen Bundesländern am besten ab. Das macht eine Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e.V. (dwif) deutlich.
  • Danach lässt ein Berlin-Gast, der in einem Beherbergungsbetrieb mit mehr als acht Betten nächtigt, täglich durchschnittlich 183,30 Euro für Unterkunft, Verpflegung, Unterhaltung, andere Dienstleistungen in der Stadt.
  • In München und Hamburg liegt dieser Betrag bei 159,60 Euro bzw. 153,60 Euro.
  • Berlin kann in den Kategorien Unter- kunft, Verpflegung im Gastgewerbe und Einkauf im Vergleich mit den übrigen Reiseregionen die höchsten Ausgaben generieren. Allein 37,20 Euro pro Person und Tag entfallen auf Shopping - in München sind es 22,30 Euro, in Hamburg 15,10 Euro.
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