München

aus La Baracca wird 'Destina'

Der im Mai 2010 unter großer Beachtung von Branche und Medien eröffnete Münchner Pilotstandort von LaBaracca ist geschlossen worden. Statt Bestellung per Tablet-Computer sollen im Nachfolger-Konzept 'Destina' wieder Service-Kräfte nach den Wünschen der Gäste fragen. Kritiker vermuten, das unpersönliche Order-Prinzip und immer wieder auftretende technische Mängel hätten zum Aus für die innovative Formel geführt. Das sieht IT-Lieferant und Gesellschafter des Franchisegebers Food Concepts Holding Hans-Bodo von Laffert (Sushi Factory) anders: "Die Technik funktioniert und ist zukunftsfähig, wir können uns vor Anfragen kaum retten!" Die Gründe für das Aus des Münchner Standort lägen in der komplizierten Geschichte des unter anderem von Vapiano-Erfinder Mark Korzilius entwickelten Konzepts.

Nachdem das LaBaracca-Restaurant in Düsseldorf Anfang des Jahres geschlossen werden musste (http://www.cafe-future.net/gastro/branchennews/pages/LaBaracca-Luebeck-gestartet-Duesseldorf-geschlossen-Konzept-back-to-the-roots-_27180.html), seien hohe Mietverpflichtungen auf Food Concepts Germany, die operative Betreibergesellschaft der Standorte in Düsseldorf, München und Hamburg, zugekommen, weshalb diese in eine Insolvenz in Eigenverwaltung geraten sei, schildert von Laffert die Entwicklungen der vergangenen Monate. Die Restaurants in Hamburg und München habe man daraufhin verkauft. Neuer Eigentümer des Münchener Betriebs wurde Michael Wieninger, selbst Minderheitsgesellschafter der Markenmutter Food Concepts Holding.

Wieninger hat sich nun gemeinsam mit seiner Frau Jasmin, anfangs Betriebsleiterin im Münchener Restaurant, später ebenfalls Gesellschafterin, entschieden, aus La Baracca 'Destina' zu machen. Das Ambiente hat sich kaum verändert, allerdings sind die langen Tafeln Einzeltischen gewichen. Auch das Küchenkonzept ähnelt der Vorgängerin: kleine mediterrane Gerichte zu Preisen, die mehrere Gänge erlauben.

"Vieles ist in der Vergangenheit nicht optimal gelaufen. Die Wieningers wollen sich mit dem neuen Konzept wohl von den Querelen um LaBaracca abgrenzen", vermutet von Laffert und betont: "Das Restaurant in der Hamburger Hafen City läuft gut und es ist profitabel! Auch die Franchisenehmer in Lübeck sind sehr zufrieden." Die Kritik am Konzept habe sich vor allem auf die zu kleinen Portionen und die nicht gleichzeitige Lieferung der Speisen bezogen. "Beides haben wir gelöst. Seitdem sind die Beschwerden drastisch zurück gegangen." Er bekomme sogar zahlreiche e-Mails von Gästen, die die Abschaffung der Tablets in München bedauern.

Der Gastronom und IT-Unternehmer, die in Hamburg, Bremen, Oldenburg und Düsseldorf insgesamt 15 Outlets der Sushi Factory betreibt und mit seiner Firma White Paper Media das Tablet-Bestellsystem für LaBaracca entwickelt hat, kämpft um die italienische Marke. "Wir suchen weiterin Franchisenehmer."

www.labaracca.eu

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