Buchtipp

der ultimative Wiesn-Führer

Mehr als 6 Mio. Besucher in gut zwei Wochen. Und das auf engstem Raum. Nur Bierkrüge zwischen den Menschen. Oans, zwoa, gsuffa. Ein Wahnsinn. Das Münchner Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt, die Mutter aller Volksfeste. Jetzt gibt es den Fitmacher und ultimativen Ratgeber für den nächsten Wiesnbesuch. Oans, zwoa, glesn! Auch für Wiesn-Muffel und Wiesn-Fans aus Preußen unentbehrlich. Mit Vorworten von Ministerpräsident Seehofer, Oberbürgermeister Ude, Papst Benedikt XVI., Kanzlerin Merkel und anderen.

Menschen, Biere, Sensationen. Die Autoren machen sich ernsthaft Gedanken über das Auf und Nieder des bayerischen Nationalrausches, so ernsthaft, wie er es verdient. Sie freuen sich über die Rückkehr der Tracht, insbesondere der Dirndl, was schöne Hügellandschaften in den Zelten schafft. Auch darüber, dass die Maß immer noch unter 10 Euro zu haben ist. Sie leiden mit den Wirten, die mit jedem Cent rechnen müssen und wundern sich nach der Wiesn jedes Mal beim Blick in die eigene, leere Brieftasche, dass sich der Wirtschaftswert der Wiesn nur auf 1 Mrd. Euro beläuft. Jährlich.
200 Jahre wird das Oktoberfest im nächsten Jahr alt. Und das Publikum wird immer jünger, die Wiesn ist Kult. Das Fremdenverkehrsamt macht im Ausland schon lange keine Werbung mehr. Höchste Zeit, finden die Autoren, zum Jubiläum ein paar Verhaltensmaßregeln in Erinnerung zu rufen. Wann und mit wem besteigt man am besten die Monsterschleudern? Wie führt man sich auf, wenn schlecht eingeschenkt ist? Wie hält man sich wilde Boxenluder beziehungsweise paarungswillige Australier vom Leib? Diese und andere selten gestellte Fragen werden beantwortet. Zur Vorsicht wird jedenfalls gemahnt: Bayerische Gemütlichkeit ist nicht immer gewaltfrei zu bekommen.

Ein Autor stürzte sich mutig ins Getümmel, feierte 16 Tage lang im selben Zelt am selben Platz und ist jetzt ein anderer Mensch. Ein Zweiter warf sich im Selbstversuch in alle gefährlichen Fahrgeschäfte und will jetzt Testpilot werden. Aber auch der alten, der romantischen Wiesn spürten sie nach und testeten Biere und bayerische Schmankerl bis zum Geht-nicht-mehr. Die seriöse Wissenschaft kommt  ebenso zu Wort. Wussten Sie schon, dass das Oktoberfest ein bayerisch-dionysischer Rausch ist? Eine Gelegenheit orale, anale und phallische Triebe relativ uneingeschränkt auszuleben? Hat man herausgefunden. Da schaut der brave Bierdimpfl, setzt den Krug ab und sagt leise: Ein Wahnsinn.

'Wahnsinns-Wiesn. Letzte Wahrheiten über das Oktoberfest' Geschichten und Ratschläge dargeboten von Redakteuren und Mitarbeitern der Süddeutschen Zeitung: Wolfgang Görl, Ernst Fischer und Dieter Hanitzsch (Karikaturen) sowie Holger Gertz und Hermann Unterstöger. Eigener Service-Teil.  Erschienen in der SZ-Edition. 176 Seiten, viele Zeichnungen und Fotos, Preis 19,90 Euro, ISBN 978-3-86615-723-1.

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