Lufthansa verliert 1 Milliarde

hohe Abschreibungen bei LSG Sky Chefs

Einen Konzernverlust von 980 Mio. Euro meldet die Deutsche Lufthansa für 2003. Das Ergebnis liegt nach vorläufigen Zahlen damit rd. 1,7 Mrd. Euro unter dem von 2002. Der größte Brocken des Minusbetrages entfällt auf außerordentliche Abschreibungen in Höhe von 800 Mio. Euro, davon allein 700 Mio. Euro bei der konzerneigenen Cateringgesellschaft LSG Sky Chefs. Der Weltmarktführer für Bordverpflegung – mit hohen Marktanteilen in Europa und USA - bekam die Cost-Cutting-Programme vieler internationaler Kunden besonders massiv zu spüren. Auch interne Schwierigkeiten hätten eine Rolle gespielt, heißt es aus dem Unternehmen. Die 700 Mio. Euro sind schon die zweite außerordentliche Abschreibung bei LSG Sky Chefs – nach 495 Mio. Euro im Jahr 2001. Beide Wertberichtigungen zusammen entsprechen nahezu dem Kaufpreis für die amerikanische Sky-Chefs-Gruppe, er lag bei 1,4 Mrd. Dollar.

Die Lufthansa hat mit Sparmaßnahmen reagiert: Bisher wurden in den Vereinigten Staaten rd. 8.000 Arbeitsplätze bei LSG Sky Chefs gestrichen. Nach Betriebsschließungen und Umstrukturierungen soll ein derzeit laufendes Sparprogramm weitere Kostensenkungen von 150 Mio. Euro bringen, außerdem ist der Verkauf des Geschäftsbereichs Chef Solutions (Produkte für Supermärkte und Restaurants) geplant.

Dass die eingeleiteten Maßnahmen bereits greifen, zeigen die Lufthansa-Zahlen des vierten Quartals, wo ein Betriebsgewinn von 180 Mio. Euro ausgewiesen wird (nach -415 Mio. Euro im 1. Quartal). Insgesamt erreicht der Konzern für 2003 nach den vorliegenden Zahlen ein knapp positives operatives Ergebnis von 30 Mio. Euro (2002: 718 Mio. Euro). Das LH-Management nennt die Folgen des Irak-Krieges und der Lungenkrankheit Sars sowie konzerninterne Altlasten als Hauptursachen für die Renditeeinbrüche. Mit Blick auf 2004 ist man zuversichtlich: Nach den vorliegenden Daten erholt sich der Interkontinentalverkehr im Vergleich zum Vorjahr, während der Kontinentalverkehr indes weiter stagniert. Detaillierte Zahlen zum Jahresabschluss folgen anlässlich der LH-Bilanzpressekonferenz Ende März.

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