Subway

Über 50 Franchisepartner scheren aus

Nach heutiger Hochrechnung wird Subway in Deutschland zum Jahresende 760 Einheiten zählen. Das sind rund 40 weniger als vor zwölf Monaten. Das in der Nullerdekade schnellst gewachsene System konsolidiert sein Filialnetz. Und zwar sowohl gewollt als auch ungewollt.
 
Insgesamt 20 bis 30 Neueröffnungen im laufenden Jahr stehen mehr als das Doppelte an Abgängen gegenüber – hauptsächlich bedingt durch unzufriedene Franchisepartner.
 
Auf Anfrage dazu Hans Fux, der neue Area Development Manager für Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg:
 
„Subway befindet sich in einem gewissen Umbruch. Ja, Partner haben das System verlassen bzw. wollen und werden dies tun.“ Wie es heißt, sei man dabei, in den meisten Fällen die Verträge außergerichtlich zu lösen. Ein Teil der Standorte – überwiegend in NRW und Baden-Württemberg, wo auch die meisten Filialen stehen – wird von anderen Subway-Partnern übernommen. Ein anderer Teil wird wohl in eine neue Marke integriert, welche die Ex-Subway-Lizenznehmer auf die Beine stellen wollen, die Leute formieren sich jetzt.
 
Wie dies in der Praxis gelingt, bleibt abzuwarten. Denn, branchenübergreifend gilt, dass rund 90 % von Systemabspaltungen an dem Vorhaben, ein etabliertes Modell mit einer Kopie zu verbessern, scheitern. So die Schätzungen und die Auskunft von Bernd-Rüdiger Fassbender, Präsident des Deutschen Franchise-Nehmer-Verbands.
 
Seit langem herrscht Unruhe und Unzufriedenheit unter den Franchisenehmern des US-Systems. Sie beklagen sich über fallende Umsätze, Schwächen der Marke und unzureichende Betreuung. Im Deutschen Franchise-Verband wird Subway derzeit als assoziiertes Mitglied geführt, nachdem die vorübergehende ordentliche Mitgliedschaft im letzten Jahr nicht verlängert worden war.
 
Fux (früher LSG Airport Gastronomie und YUM! Restaurants International), seit 1. September neu in der Subway-Verantwortung: „Ganz klar, vieles muss sich ändern. Unser Hauptbestreben ist, das bestehende Geschäft gemeinsam mit unseren Partnern nach vorne zu bringen und die Marke mit einem nachvollziehbaren USP neu und sauber zu positionieren und zu festigen. Der Kunde muss ganz klar erkennen, wofür Subway steht. Außerdem gilt es, das operative Geschäft signifikant zu verbessern. Wir haben die Kundenerwartungen zu erfüllen, ja im Optimalfall zu übertreffen.
 
Es stimmt, dass die Marke Subway – unter anderem, aber nicht nur – durch die Finanzkrise Umsatzverluste erleiden musste. Aber ich sehe auch, und das ist für die Zukunft wichtiger, sie verfügt über ein großes, noch längst nicht ausgeschöpftes Potenzial. Voraussetzungen dafür, dass wir dieses zu fassen kriegen, sind: beste Qualität, bester Service und ein exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis. Die Herausforderung gilt Franchisenehmern wie Franchisegeber.
 
Bei unserer Deutschland-Konferenz am vergangenen Wochenende haben sich die Teilnehmer in großer Einigkeit für einen gemeinsamen Weg entschieden und sich dazu bekannt, diesen auch zu gehen. Die damit verbundenen Maßnahmen im Marketing und operativen Geschäft laufen jetzt an und werden in 2011 ihre Wirkung zeigen.
 
Im Dienstleistungsgeschäft lautet die oberste Erfolgsmaxime, die Menschen mitzunehmen. Daran arbeite ich jetzt.“
 
Subway, in Deutschland 1999 in Berlin gestartet, erzielte 2009 geschätzt 230 Mio. € Umsatz bei 798 Betrieben zum Jahresende (+100). Inklusive Expansion ein Plus von knapp 12 %, auf bestehenden Flächen ein Minus der Größenordnung von geschätzt 7 bis 9 %. Auch im laufenden Jahr dürften die Umsätze rückläufig sein.
 
Europaweit zählt Subway knapp 3.000 Einheiten mit über 1 Mrd. $ 2009er Erlösen. Die System Sales betrugen im letzten Jahr weltweit 13,8 Mrd. $ bei über 32.000 Stores.
www.subway.com
www.dfnv.de
 



stats