Bonn

Über 800 GV-Profis informierten sich über Nachhaltigkeit

Geballtes Know-how rund um das Mega-Thema Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsgastronomie bot das diesjährige Club-Symposium in Bonn. Fünf Top-Referenten aus Wissenschaft und Praxis boten in der eindrucksvollen Atmosphäre des alten Plenarsaals den über 800 angereisten Teilnehmern ein Feuerwerk an Inspirationen und Denkanstößen.

Allen voran Keynote-Speaker Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher überzeugte mit seinem Vortrag über nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfähigkeit im globalen Kontext. „Wir schaffen es vor lauter Thematisierung so weiter zu machen wie bisher“, provozierte der ausgewiesene Nachhaltigkeitsexperte, der verschiedenste landes-, bundes- und europapolitische Gremien berät. Als promovierter Wirtschaftswissenschaftler hat er immer auch die ökonomische Dimension vor Augen, denn Nachhaltigkeit funktioniere nur, wenn auch die wirtschaftliche Seite berücksichtigt werde. O-Ton Radermacher: „Wir fahren gegen die Wand, aber zertifiziert.“

Ähnlich sieht das Rainer Roehl, der seit über 20 Jahren Großküchen und Gastronomie zu allen Fragen rund um Bio, regional und Co. berät. Nachhaltig sei eine Gastronomie nur dann, wenn sie die wirtschaftliche Existenz langfristig sichere. Anhand vieler Beispiele verdeutlichte der Experte, an welcher Stelle Einrichtungen einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten können, sei es durch gerechte Löhne, den Einsatz von Bio-Produkten oder durch energieeffiziente Technik.

Um nachhaltige Personalentwicklung drehte sich alles in dem Vortrag von Stefanie Mössinger, Inhaberin der Werte-Manufaktur. Die langjährige Personaltrainerin brachte ihre Führungsphilosophie in einem Satz auf den Punkt: „Seien Sie einfach Mensch, führen Sie mit Herz und Verstand!“ Ihre These: Führung ist Dienstleistung am Mitarbeiter und kein Selbstzweck.

Die wirtschaftliche Seite der Nachhaltigkeit thematisierte Prof. Dr. Torsten Olderog von der AKAD-Hochschule Pinneberg. Für ihn avanciert Nachhaltigkeit zu einem imagerelevanten Faktor, der sich bei vielen Unternehmen mittlerweile auch monetär widerspiegelt. Der Mineralölkonzern BP beispielsweise hätte durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko rund 50 Prozent an Wert verloren. Dabei komme es heute darauf an, Wertschätzung in punkto Nachhaltigkeit in Wertschöpfung umzuwandeln. Leider seien viele Verbraucher bislang nicht bereit, für höherwertigere Angebote tiefer in die Tasche zu greifen.

Für viel Spaß zum Finale sorgte Comedy-Redner Dr. Jens Wegmann, der das Thema Nachhaltigkeit auf sehr humorvolle Weise interpretierte und das Publikum mit seiner Satire mehr als begeisterte.

Für Gastgeber Hans-Gerd Janssen, Geschäftsführer von Jomo GV-Partner Großhandel, ist klar, das Nachhaltigkeit sowohl einen politischen als auch gesetzlichen Rahmen benötigt. Dabei gebe es Nachhaltigkeit nicht auf Knopfdruck, so Jansen in seinem Schlußplädoyer. Vielmehr sei jeder einzelne gefordert, sich der Verantwortung zu stellen und aktiv zu werden. „Nichts muss, alles kann, aber einiges sollte“, ist Janssen überzeugt. Nachhaltigkeit wird auch zukünftig ein Dauerthema bleiben. Veranstalter des Club-Symposiums 2012 war der GV-Partner-Profi-Club.

http://www.gv-partner-profi-club.de


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