Studie

Übergewicht - eine Belastung für die Volkswirtschaft

Menschen mit schwerem Übergewicht (Adipositas) belasten die deutsche Volkswirtschaft offenbar weit stärker als bisher angenommen. Liegen die durch das schwere Übergewicht direkt verursachten Krankheitskosten bei etwa 530,0 Mio. Euro im Jahr, sind es unter Berücksichtigung der durch das Übergewicht verursachten Begleiterkrankungen um die 5,0 Mrd. Euro. Diese alarmierenden Zahlen wurden auf der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim genannt. Direkte Kosten verursachen vor allem Allgemeinarztbesuche. Indirekte Kosten entstehen durch arbeitsunfähigkeitsbedingte Produktivitätsverluste. Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Gesundheit. Starkes Übergewicht zieht häufig weitere schwere Erkrankungen nach sich. Dazu gehören Diabetes, Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.



Eine aktuelle Studie, bei der 947 Erwachsene zwischen 25 und 74 Jahren untersucht wurden, zeigte deutlich, dass schwer Übergewichtige häufiger krank sind und deshalb öfter Ärzte und Krankenhäuser aufsuchen. Mit 9,9 Prozent ist der Anteil der Krankenhausfälle bei schwer Übergewichtigen praktisch doppelt so hoch als bei einer normalgewichtigen Vergleichsgruppe. Schwer Übergewichtige verursachen im stationären Bereich im Mittel Kosten von 1.630,- Euro, alle anderen Gruppen bleiben unter 600,- Euro. Tendenziell höher sind bei Übergewichtigen auch die durch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit bedingten Kosten.



Als schwer übergewichtig (adipös) gilt, wer einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 hat. Ermittelt wird dieser Wert aus Körpergewicht geteilt durch Körpergröße zum Quadrat.



Quelle: aid

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