Gloria Jean’s Coffees

vorläufiger Ausstieg aus dem deutschen Markt

19 Monate nach dem Deutschlandstart hat der deutsche Master-Franchise-Nehmer der australischen Coffeeshop-Formel Gloria Jean’s Coffees Insolvenz angemeldet : Bereits Mitte Februar hatten die Gesellschafter beschlossen, keine weiteren Gelder mehr für Expansion und laufende Geschäfte zur Verfügung zu stellen. „Nach der Beantragung der vorläufigen Insolvenz am 20. Februar haben wir uns bemüht, neue Investoren bzw. einen Masterfranchisenehmer zu finden“, so Thorsten Doll, bis dato Geschäftsführer von GJC Deutschland. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das sich innerhalb von nur zwei Monaten nicht realisieren ließ. Am 31. März schloss der Standort in Aachen – nach nicht einmal vier Monaten Laufzeit. In Unna (auch dieser Betrieb hatte erst im Dezember 2008 eröffnet) und Bochum wird der letzte Gloria Jean’s Coffee am 29. April ausgeschenkt. Endgültige Insolvenz am 30. April. Das bedeutet auch das Aus für über 20 Mitarbeiter (VZ/TZ). „Wir hatten die Gesamtausrichtung gerade auf Expansion getrimmt. Die Pipeline war voller neuer Standorte und Franchise-Interessenten. Jedoch konnten wir den Beweis, dass das Konzept an den neuen Standorten funktioniert, gar nicht erst antreten“, so Doll. „Dezember-Eröffnungen sind generell schwierig. Januar und Februar waren kalt und unfreundlich, dadurch lagen die Umsätze weit unter den Planzahlen.“ Als es endlich wärmer wurde, hatten sich die Gesellschafter bereits zurückgezogen, die Außenbestuhlung wurde nicht mehr beantragt. Folge: Die Umsätze brachen massiv ein, da die Kaffeetrinker nach Cafés mit Plätzen in der Sonne Ausschau hielten. Der Wille, in Deutschland Fuß zu fassen ist seitens der Muttercompany Gloria Jean’s Coffees nach wie vor vorhanden. Die Suche nach Partnern für einen Neustart in Deutschland geht weiter – nun ohne Zeitdruck. Auch Doll ist überzeugt, dass das Konzept am deutschen Markt funktioniert – vorausgesetzt das nötige Kapital ist vorhanden: „Die Marke ist kulturell ausgesprochen anpassungsfähig und die Kaffeequalität absolut spitze.“ Doll plant aufgrund seiner langjährigen Gastronomieerfahrung als freiberuflicher Berater tätig zu werden. Gloria Jean’s Coffees ist eine der ganz großen internationalen Coffee-Shop-Ketten. Konzept und Idee stammen aus den USA (120 Stores), die Rechte für die internationale Vermarktung erwarben Nabi Saleh und Peter Irvine, die das erste Outlet in Australien 1996 in Sydney eröffneten. Mittlerweile zählt die Marke knapp 500 Betriebe in Australien – mehrheitlich in der Hand von Franchise-Nehmern. Über 350 Stores in über 30 Ländern außerhalb USA und Australiens. In Europa steht die Türkei mit knapp 70 Stores an erster Stelle. Starke Präsenz auch in Asien und im Nahen Osten. www.gloriajeans.com Redaktion food-service Gloria Jean’s Deutschland, Coffeeshop, Kaffeebar, Konzepte, Insolvenz, Thorsten Doll, Masterfranchisenehmer


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